Zum Hauptinhalt springen

Kernenried möchte die Heirat mit Zauggenried – und erhält einen Korb

kernenriedEs war eine klare Sache: Einstimmig hat die

Rekordverdächtiger Aufmarsch gestern Abend im Löwen-Saal zu Kernenried. Die 105 Stimmberechtigten hatten einen wichtigen Grundsatzentscheid zu fällen – und sie taten das in einer Deutlichkeit, die keine Zweifel offenliess: Einstimmig beauftragten sie den Gemeinderat, weiter über ein Zusammengehen mit den Nachbarn in Zauggenried zu verhandeln. In der Diskussion gab das Geschäft, das der Gemeinderat genauso zur Annahme empfohlen hatte, kaum mehr zu reden. Einzig eine Votantin stellte die Frage, die an diesem Abend wohl die meisten beschäftigte: Was es bedeute, wenn sich Zauggenried zur anderen Seite hin orientiere, also gar nicht mit Kernenried, sondern mit den am Fusionsprojekt G8 beteiligten Gemeinden rund um Fraubrunnen gemeinsame Sache machen wolle. Der Beschluss werde nur mit einem Vorbehalt gefasst, gab Gemeinderatspräsident Hans Rudolf Frei zur Antwort. Beim vorliegenden Geschäft gehe es erst einmal darum, festzulegen, ob Kernenried zu weiteren Verhandlungen überhaupt bereit wäre. Natürlich müsste dann auch Zauggenried ein positives Signal aussenden. Nur unter dieser Voraussetzung könnte das Geschäft weiterverfolgt werden – stimmten die Nachbarn dagegen der grossen G-8-Fusion zu, werde die Sache hinfällig. Auch emotional verbunden Zuvor hatte Frei nochmals die wichtigsten Vor- und Nachteile einer Heirat mit Zauggenried aufgezählt. So zöge eine Fusion mittelfristig Einsparungen in der Höhe von knapp 0,3 Steuerzehnteln nach sich. In einer fusionierten Gemeinde gäbe es nur noch einen Gemeinderat, eine Verwaltung und eine Schule. Kernenried wie Zauggenried würden zudem dem selben Verwaltungskreis angehören – damit war Frei aber gleich bei den Nachteilen. Mit einer Fusion müsste nämlich entweder Kernenried vom Emmental in die Region Bern oder Zauggenreid von der Region Bern ins Emmental wechseln. Dies könnte deshalb schwierig werden, weil hüben wie drüben viele Leute mit dem heutigen Kreis emotional verbunden seien, so Frei. Weiter ziehe eine Fusion Kosten nach sich, und diese fielen umso höher aus, als vom Kanton kein Fusionsbeitrag zu erwarten sei. Denn dafür wäre die Einwohnerzahl der neuen Gemeinde immer noch zu klein. Nun die Schule Das erhoffte positive Signal von den Nachbarn kam gestern aber nicht. Zur gleichen Zeit, als die Kernenrieder grundsätzlich Ja zur Fusion sagten, entschieden sich die Zauggenrieder für eine Zukunft mit den G-8-Gemeinden. Sie treiben nun den Zusammenschluss mit Fraubrunnen, Büren zum Hof, Etzelkofen, Grafenried, Limpach, Mülchi und Schalunen voran (siehe Seite 10). Dennoch möchten die Kernenreider auch unter diesen Voraussetzungen nicht auf eine gemeinsame Schule mit Zauggenried verzichten. In einer weiteren Abstimmung beauftragten sie ihren Gemeinderat, in diesem Bereich langfristig die Zusammenarbeit voranzutreiben. In einem ersten Schritt soll die Primarstufe der beiden Gemeinden in Kernenried zusammengelegt werden. Dafür sind Sanierungs- und Umbauarbeiten am dortigen Schulhaus nötig, wofür nun ein Vorprojekt ausgearbeitet wird. Nadja Noldin/skk>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch