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Keine Prognose zu künftigen Energiepreisen

THUNWie werden sich die Energiepreise in Zukunft entwickeln? Diese Frage stand am Wirtschaftsbrunch in Thun im Vordergrund. Aufs Glatteis wagen wollte sich weder der Direktor des Bundesamtes für Energie noch der Axpo-Chef.

Der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) brachte es gleich zu Beginn auf den Punkt: «Es ist wohl einfacher, von Energiewende zu sprechen, als diese auch umzusetzen.» Wie schwierig es wirklich sein wird, die nach der Atomkraftwerkkatastrophe in Fukushima vom Bundesrat eingeläutete Energiewende zu realisieren, zeigte sich gestern auf dem Expo-Gelände am Thuner Wirtschaftsbruch. Auf die Frage von Moderator Stefan Geissbühler, Chefredaktor «Thuner Tagblatt», nach der künftigen Entwicklung der Energiepreise wagte sich keiner der Podiumsteilnehmer aufs Glatteis. «Eine Prognose ist schwierig abzugeben, zumal die Nachfrage nach Energie global ansteigen wird», sagte Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie. Festlegen mochte sich auch Heinz Karrer, CEO des Energieproduzenten Axpo Holding AG, nicht. «Der Stromverbrauch wird vermutlich nicht abflachen. Weil zahlreiche Investitionen in die Infrastruktur anstehen, werden wir alles daransetzen, auch künftig wirtschaftsverträgliche Energie zu liefern», gab sich der Axpo-Chef diplomatisch. Angesichts des politischen Umfeldes sei dies allerdings eine grosse Herausforderung. «Ein Ausstieg aus der Kernenergie kommt aus unserer Sicht zu früh», so Heinz Karrer weiter. Investitionen möglichst rasch Aus einer etwas anderen Optik betrachtete Peter Pauli, CEO der Meyer Burger Technology AG, die künftige Preisentwicklung auf dem Strommarkt. «Preissteigerungen sind möglich», meinte er. Der Schlüssel, um die vermutlich steigende Kurve zu brechen, seien rechtzeitige Investitionen, nicht zuletzt auch in neue Technologien. «Neue Technologien werden sich so weit entwickeln, dass es Atomkraftwerke bald nicht mehr braucht», betonte Pauli. Allerdings brauche es dazu eine gewisse Planungssicherheit und Investitionswille. Er nannte auch gleich ein Beispiel. So würden Installationen für erneuerbare Energie wie Sonnenkraft laufend effizienter, aber auch günstiger. Für Pascal Gentinetta, Direktor Economiesuisse, ist indes klar: Um künftig wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben, sei eine sichere und günstige Energieversorgung wichtig. «Geht zu schnell» «Wir sind mit keiner Technologie verheiratet», sagte der Wirtschaftsvertreter. Nach seiner Ansicht gehe der vom Bundesrat initiierte Ausstieg aus der Atomenergie zu schnell. Dieser gehe auf Kosten der Stabilität und Wirtschaftlichkeit. Deutlich zu langsam geht der Verzicht auf Kernenergie Nationalrat Geri Müller (Grüne Partei der Schweiz). «Die Gesellschaft, welche es künftig fertigbringt, mit wenig Energie viel zu produzieren, wird gewinnen», sagte er. Zukunftsorientiert seien insbesondere energieeffiziente Häuser und Kleinkraftwerke, die erneuerbare Energie herstellten. «Es sollte nicht das Ziel sein, immer mehr Energie zu konsumieren», meinte Geri Müller auf die Frage, weshalb grüne Organisationen Ausbaupläne für Wasserkraft blockieren. In einer Frage waren sich die Podiumsteilnehmer gestern aber einig: Die Technologien werden sich rasant weiterentwickeln, auch in Sachen Kernenergie. Lanz in der Kühlbox Wie es ist, wenn die Energiestabilität zusammenfällt, erlebte Stadtpräsident Raphael Lanz gestern gleich eins zu eins. Weil im Thuner Rathaus die Heizung ausgefallen war, wartete nach dem Wirtschaftsbrunch ein zwölf Grad kühles Büro auf ihn. Stefan Kammermann >

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