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Kein warmer Empfang von Steiner

eishockeyDie SCL Tigers haben von der Unruhe beim HC Lugano nicht profitieren können: Sie verloren im Tessin 2:4. Stürmer Claudio Moggi erlitt wohl eine Hirnerschütterung.

Vor Barry Smith hatten sich seit dem letzten Meistertitel 2006 acht Trainer in Lugano bemüht. Sie verschwanden jeweils nach kurzer Zeit wieder. Vom 59-jährigen Amerikaner wurde im Sottoceneri erwartet, dass er den Verein wieder zum Erfolg führt, hatte er doch fünfmal als Assistent den Stanley Cup gewonnen und in Phoenix an der Seite des legendären Wayne Gretzky gewirkt. Doch nach dem freitäglichen 0:9 in Kloten, Luganos höchster Niederlage in der Playoff-Ära, hatte Smith genug. Er demissionierte, sagte, er erreiche die Mannschaft nicht mehr. Angeblich soll er Motivationsprobleme gehabt und sich im Tessin nicht wohl gefühlt haben. In Lugano dominierten vor dem Heimspiel gegen die SCL Tigers also Hektik und Unruhe. Die Namen möglicher Nachfolger machten die Runde; die Rede war vom geschassten SCB-Coach Larry Huras, von Serge Pelletier und einem Trainer aus Finnland. Gegen die Langnauer stand interimistisch der ex-Nationalspieler Patrik Fischer an der Bande. Mit der Reaktion seines Personals durfte er zufrieden sein. Lugano siegte etwas glücklich 4:2. Emmentaler «Andenken» Genau vor einem Jahr hatten die Tigers mit dem 9:1-Sieg gegen Lugano für Aufsehen gesorgt. Spektakulär ging es auch am Samstag zu und her. Das Heimteam zündete zu Beginn ein offensives Feuerwerk. Doch Simon Moser hielt mit dem Treffer zum 1:2 drei Sekunden vor der ersten Pause die Hoffnung auf Punktezuwachs aufrecht. Der Topskorer düpierte Goalie Benjamin Conz aus schier unmöglichem Winkel. John Fust hatte die Angriffslinien einmal mehr neu besetzt. Seine Massnahme war an und für sich gut. Im Mittelabschnitt erspielten sich die Gäste zahlreiche Chancen, scheiterten aber stets an Conz, der seinen Fauxpas zu korrigieren wusste. Und kurz nachdem die Scheibe endlich im Tor lag, folgte die Ernüchterung. Tobias Buchers vermeintlichem Ausgleich war per Schlittschuh eine Kickbewegung vorausgegangen. «Die Geschichte wiederholt sich. Wir spielen meist gut, aber nicht gut genug um zu gewinnen. Im Vergleich zur letzten Saison fehlen uns in sämtlichen Bereichen etwa fünf Prozent», erklärte Verteidiger Federico Lardi. Zwar erzielte Philipp Rytz mit seinem ersten Saisontor doch noch den Ausgleich (52.). Ausgerechnet ein Emmentaler aber vermieste den Langnauern den Betriebsausflug ins Tessin: Daniel Steiner. Zweieinhalb Minuten vor Schluss schoss er im Powerplay das 3:2, es war nach dem 2:0 sein zweiter Treffer. Steiner meinte, er verspüre ein riesiges Glücksgefühl; er sprach von einer intensiven Partie und davon, dass er sich um die ehemaligen Kollegen keine Sorgen mache. «Diese Mannschaft hat Charakter.» Derselben Meinung war Federico Lardi. «Wir haben uns nach dem frühen Rückstand nicht abschlachten lassen und gekämpft. Daran müssen wir uns aufbauen.» Die Tigers verloren indes nicht nur das Spiel, sondern auch Stürmer Claudio Moggi. Er war in der Startphase von Steve Hirschi – wie Steiner Emmentaler in Luganos Diensten – regelkonform gecheckt worden und schied mit Verdacht auf Hirnerschütterung aus. Noch keine Offerten Bis zur Nationalmannschaftspause in der zweiten Novemberwoche bestreiten die Emmentaler sechs Partien. «Nach diesen Spielen können wir erstmals Bilanz ziehen», erklärte Lardi, um anzufügen: «Wir brauchen nichts schön zu reden. Wir hinken dem Fahrplan hinterher.» Zum Vergleich: In der Vorsaison gewannen die Tigers in den ersten 17 Runden 28 Zähler, nun weisen sie deren 17 auf. Der Rückstand auf die Playoff-Plätze ist auf 6 Einheiten angewachsen. Daraus zu schliessen, dass die Suche nach einem fünften Ausländer intensiviert wird, wäre indes falsch. «Wir beobachten weiterhin den Markt, werden aber nichts erzwingen», erklärte Sportchef Ruedi Zesiger. Noch habe er keinem Spieler ein Angebot unterbreitet, ein Transfer sei so bald nicht zu erwarten. Philipp RindlisbacherTelegramm Seite 26>

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