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Kanton stoppt Gassers Eventhalle

LangenthalDie kantonale Baudirektion verbietet die Umnutzung der Tennishalle Dreilinden in eine Eventhalle. Dazu müsse die Überbauungsordnung geändert werden – wobei der Kanton sogar diesen Weg infrage stellt.

Schluss mit Tennis. Der Unternehmer und Besitzer des Parkhotels Langenthal, Adrian Gasser, hat die ehemalige Tennishalle Dreilinden zur Eventhalle umgebaut. Für den Umbau brauchte er keine Baubewilligung, aber für die Nutzungsänderung. Gegen dieses Baugesuch erhob die Pensionskassenstiftung, welche vom Tennisclub das Land mit den Aussentennisplätzen gekauft hatte, Einsprache. Doch das Statthalteramt erteilte Gasser eine befristete Ausnahmebewilligung bis zur Änderung der Überbauungsordnung Dreilinden. Das liess die Einsprecherin nicht auf sich sitzen und zog den Entscheid an die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) weiter (wir berichteten). Und diese hat die Beschwerde jetzt gutgeheissen. Kritik an Statthalter und Stadt Der Entscheid des Kantons ist ein Rückschlag für Gasser – aber auch eine Schlappe für die Stadt und das Regierungsstatthalteramt. Denn die BVE übt Kritik an deren Vorgehen und Entscheid. Eine reine Eventhalle weiche erheblich von der in der geltenden ÜO definierten Nutzung als Tennishalle ab, schreibt der Kanton. Die Halle würde einer komplett neuen Nutzung zugeführt, die mit den Vorgaben des Baureglements und der ÜO nichts mehr gemein hätte. Und: Die Voraussetzungen für die Erteilung einer befristeten Ausnahmebewilligung seien nicht erfüllt. Die Kritik an Stadt und Statthalter geht aber noch weiter: Diese sind sich bewusst, dass die Nutzung als Eventhalle den geltenden Regeln widerspricht. Daher hat die Stadt eine Änderung der ÜO eingeleitet. Die vorgängige befristete Bewilligung dieser Nutzungsänderung würde laut Kanton die als unbefriedigend empfundene bau- und planungsrechtliche Ordnung korrigieren – wobei aber die demokratisch festgelegte Zuständigkeitsordnung missachtet werde. Denn notwendig ist eine Anpassung der ÜO, und dafür ist der Stadtrat – und bei einem Referendum das Volk – zuständig. Ist ÜO-Revision zulässig? Doch der Kanton stellt sogar den Weg zur Eventhalle via ÜO-Revision infrage: Die Stadt müsse bei diesem Verfahren prüfen, ob eine ausschliessliche und vermehrte Eventnutzung der Halle zulässig und sinnvoll sei, schreibt die BVE. «Mit Blick auf die Tatsache, dass das angrenzende Grundstück in der Wohnzone W3 mit Lärmempfindlichkeitsstufe II liegt, erscheint das zumindest fraglich.» Das ist brisant. Denn sollte die Änderung der ÜO nicht rechtswirksam werden, müsste die Stadt die Wiederherstellung der ursprünglichen Nutzung verfügen. Zur Erinnerung: Weil der Tennisclub die Halle nicht mehr brauchen kann, wollte er im Hard ein neues Tenniscenter bauen. Doch wegen heftigen Widerstands wird der Club nun in Lotzwil bauen – was in Langenthal für heisse Diskussionen sorgte. Kurzfristig ändert sich für Gasser nichts. Er kann Events weiterhin nur beschränkt mittels Einzelbewilligungen durchführen, weil die Nutzungsänderung nicht rechtskräftig ist. Ob er den Entscheid der BVE ans Verwaltungsgericht weiterzieht, wusste er gestern noch nicht. Er habe noch keine Kenntnis vom Entscheid, sagte er. Dominic Ramel>

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