Zwei Millionen vom Kanton für den Flughafenausbau

Bern-Belp

Ein Teil des Parlaments möchte ihn schliessen. Dem grösseren Rest ist der Flughafen finanzielle Unterstützung wert.

Für die meisten Grossräte ist der Flughafen Bern-Belp unbestritten wichtig für den Kanton.

Für die meisten Grossräte ist der Flughafen Bern-Belp unbestritten wichtig für den Kanton.

(Bild: Enrique Muñoz Garcia)

Johannes Reichen

Vielleicht müsse man dem Flughafen Bern-Belp einfach ein bisschen Zeit geben, sagte Grossrätin Franziska Schöni (GLP, Bremgarten). «Irgendwann ist das Problem gelöst.» Dann werde es den Flughafen, diesen «aviatischen Gemischtwarenladen» nicht mehr geben.

Die Flughafenverantwortlichen wollen aber nicht auf das Ende warten. Im Gegenteil, sie planen den Ausbau mit Hangars, Rollfeld und Businesscenter für 17,7 Millionen Franken. Am Mittwoch entschied der Grosse Rat mit 102 Ja zu 36 Nein, dass der Kanton 2 Millionen Franken beisteuert. Der Bund hat bereits ein zinsloses Darlehen von 4 Millionen Franken zugesichert.

Chancenlos war im Kantonsparlament ein Antrag der Grünen, die Zahl der Flugbewegungen auf 55 000 pro Jahr zu beschränken. Heute sind jährlich 75 000 Bewegungen erlaubt. Das Kontingent wird aber bei weitem nicht ausgeschöpft.

Die Bürgerlichen waren klar für den Kredit. «Durch den Ausbau können die Flugbewegungen sogar reduziert werden», sagte Carlos Reinhard (FDP, Thun), da es mehr Platz gebe. «Der Flughafen hat enormen Einfluss auf den Tourismus und die Wirtschaft», meinte Jakob Etter (BDP, Treiten).

Geteilter Meinung war die SP. «Die Lärmbelastung ist hoch, der Flugverkehr insgesamt zu günstig», sagte Adrian Wüthrich (Huttwil). Allerdings sei der Flughafen wichtig für die Bundesstadt. Kilian Baumann (Grüne, Suberg) sah gar keine Vorteile und schielte auf den Flugplan: «Menschen, die nach Ibiza und Elba fliegen, schaden unserem Tourismus.»

Präsident ist erleichtert

Beat Brechbühl, Verwaltungsratspräsident des Flughafens, verfolgte die Debatte im Saal – und war erleichtert. «Die Freude kommt erst, wenn das Projekt unter Dach und Fach ist.» So weit ist es nicht, denn erstens droht ein Referendum, und zweitens braucht der Flughafen weitere Investoren. Nach dem gestrigen Beschluss ist Brechbühl zuversichtlich. «Wir sind einen Schritt weiter.»

Berner Zeitung

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