Zehn Ideen für die digitale Zukunft

Der Ideenwettbewerb Wunschschloss findet heuer zum vierten Mal statt. Morgen wird im Schloss Thun das Gewinnerprojekt gekürt.

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«Innovative Ideen und Lösungsansätze für die Schweiz der Zukunft entwickeln», so umschreibt Jobst Wagner das Ziel des Projekts Wunschschloss. Der Unternehmer, Präsident und Mitin­haber der Rehau-Gruppe in Muri ist Mitinitiant des Anlasses, der dieses Jahr zum vierten Mal stattfindet. Und er steht hinter der Stiftung Strategiedialog, welche Wunschschloss gemeinsam mit dem Swiss Venture Club, einem KMU-Netzwerk mit rund dreitausend Mitgliedern, durchführt.

Im Schloss Thun dürfen die zehn kreativsten und gewieftesten Köpfe ihre Projekte morgen Abend präsentieren. Alle Ideen drehen sich um die Frage, wie Digitalisierung für alle Menschen eine Chance sein kann. «Es besteht in der Schweiz noch Bedarf, sich stärker mit der Thematik auseinanderzusetzen», begründet Wagner die Wahl. Eine Fachjury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Literatur und Journalismus hat die Finalistinnen und ­Finalisten ausgewählt. Morgen entscheiden dann allein die 150 Gäste im Publikum, wer den Wettbewerb gewinnt.

Nahe an den Menschen

Wie der Expertenkreis sind auch die Finalteilnehmer: bunt durchmischt. Vier Frauen und sechs Männer, zwischen 23 und 67 Jahre alt, aus verschiedenen Be­reichen stammend, haben sich für die Endausmarchung qualifiziert (vgl. Texte unten). «Es sind alles hochspannende Ideen», freut sich Jobst Wagner. «Es treten dabei hauptsächlich gesellschaftliche Aspekte hervor. Wir wollen keine Digitalisierungspolitik betreiben, sondern Dinge anpacken, welche die Menschen direkt und konkret betreffen.»

Ein Blick auf die vergangenen Siegerprojekte zeigt, dass aus dem Wunschschloss durchaus mehr entstehen kann als nur eine realitätsferne Vision. Die Premierensiegerin Susanna Fassbind hat mit dem Verein Kiss das Zeitgut­schriftenmodell entwickelt, heute ist es etabliert: Wer bedürftigen Menschen im Alltag hilft, erhält die aufgewendete Zeit gutgeschrieben – und darf diese später selbst in Anspruch nehmen.

Rund um die Welt

Der letztjährige Gewinner Robin Röösli durfte seine Idee gar Bundesrat Johann Schneider-Ammann präsentieren. Röösli setzt sich für internationale Projekte und kulturellen Austausch in der Berufslehre ein – ähnlich wie dies auf Hochschulniveau Realität ist. Laut Wagner befindet sich Röösli heute in stetem Austausch mit ­interessierten Unternehmen. Er sei auch bereits im Ausland ge­wesen, um allfällige Kooperationen zu prüfen.

In der Politik haben es Ideen aus der Zivilgesellschaft schwer. Wunschschloss versucht dies zu ändern: Die Siegerin oder der Sieger wird die Generalsekretäre aller grossen Parteien treffen. Zum Gewinnerpreis gehört ausserdem ein Ticket für einen Flug rund um die Welt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.08.2018, 10:35 Uhr

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