Wo Hunde Schafherden beschützen

Schwarzsee

Das Tourismusbüro informiert Wanderer, in welchen Gebieten sich derzeit Schafherden befinden, die von Herdenschutzhunden bewacht werden.

Schwarzsee Tourismus warnte vor Herdenschutzhunden.

Schwarzsee Tourismus warnte vor Herdenschutzhunden.

(Bild: Christian Pfander)

Am Freitag informierte Schwarzsee Tourismus, dass eine Schafherde mit Herdenschutzhunden unterwegs sei. «Sie sind bis circa Mitte nächster Woche im Chännel-Gantrisch, von dort werden sie auf den Schafharnisch ziehen», sagte Adolf Kaeser, Direktor von Schwarzsee Tourismus.

An welchem Tag Herde und Hunde auf den Schafharnisch umziehen werden, will Kaeser zu gegebener Zeit bekannt geben. Zuvor hatte sich die Schafherde im Gebiet Rotechaschte bei Jaun aufgehalten. Weil in dieser Region aber kaum Wanderer un­terwegs sind, wurde auf eine Information verzichtet.

2017: Ein Zwischenfall

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass in der Region Schafharnisch eine französische Touristin von einem Herdenschutzhund angegriffen wurde. Sie erlitt bloss einige Kratzer, und ihre ­Hose wurde zerrissen. Trotzdem stellt sich die Frage: Ist dieses ­Ereignis der Grund, weshalb Schwarzsee Tourismus erstmals darüber informiert, wo sich mit Hunden geschützte Schafherden befinden?

Adolf Kaeser verneint und weist darauf hin, dass es sich bei der damaligen Attacke auf die Frau um einen Einzelfall handle. Allerdings hatten damals Plaf­feier Gemeindepolitiker noch von weiteren Vorfällen berichtet, wo Wanderer von einem Herdenschutzhund angegriffen, aber nicht gebissen wurden.

Keine Konflikte gemeldet

Der Zweck dieser Warnung sei nicht etwa, dass man die Leute vom Wandern abhalten möchte, betont Adolf Kaeser. «Bei uns wandern viele Leute, und wir möchten sie einfach informieren.» Das tue man in Absprache mit dem Kanton Freiburg.

Ob in Zukunft regelmässig über die Wanderrouten von Herden und Schutzhunden informiert wird? Kaeser bleibt vage. Aber er findet eine Information wichtig, damit Leute, die sich vor Herdenschutzhunden fürchten, eine andere Route wählen können. Seit einem Hundeangriff im August 2017 sei aber nichts mehr passiert. «Wir haben bis jetzt null Schadenmeldungen», sagt Adolf Kaeser. Er weist auf eine interaktive Schweizer Karte im Internet hin, die zeigt, wo sich aktuell Herden mit Schutzhunden aufhalten.

Und im Kanton Bern?

Wie die Information bezüglich Herden und Schutzhunden im Kanton Bern gehandhabt wird, war am Freitag nicht zu erfahren. Der kantonale Herdenschutzhunde-Beauftragte war nicht zu erreichen. Die Verwaltung verwies ebenfalls auf die interaktive Karte. Wie aktuell diese ist, konnte niemand sagen.

Berner Zeitung

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