Zum Hauptinhalt springen

Wie Adolf Ogi zur Marke wurde

Am Berner Marketingtag diskutierten gestern fünf bekannte Persönlichkeiten aus Bern darüber, wie es sich mit offiziellen und inoffiziellen Markennamen lebt. Sie zeigten dabei vor allem eines – dass sie über sich selbst lachen können.

Illustre Berner Gesprächsrunde: Moderator Röbi Koller mit Thomas Binggeli, Peter Burkhart, Max Egger, Nicole Loeb und Adolf Ogi (v.l.).
Illustre Berner Gesprächsrunde: Moderator Röbi Koller mit Thomas Binggeli, Peter Burkhart, Max Egger, Nicole Loeb und Adolf Ogi (v.l.).
Urs Baumann

Für die meisten Lacher sorgte während der Berner Gesprächsrunde mit SF-Moderator Röbi Koller am gestrigen Berner Marketingtag Adolf Ogi. In Erinnerung geblieben ist der Alt-Bundesrat vor allem wegen seiner Energie sparenden Eierkoch-Aktion, seiner Neujahrsrede mit dem Tännchen vor dem Portal des Lötschberg-Eisenbahntunnels und seines «Freude herrscht»-Ausspruchs. Ihm sei es stets darum gegangen, in die Herzen der Menschen vorzudringen, sagte Ogi, der den rechten Arm in einer Schlinge trug. Dafür habe er viel Häme einstecken müssen. «Der Ogi hat ‹Freude herrscht› doch aus einem Globi-Buch abgeschrieben», beschrieb der Kandersteger eine der Reaktionen von damals.

Ogi – offen, gut, integer

Unbestreitbar ist, dass die drei erwähnten Anekdoten aus der Laufbahn des heute 67-Jährigen zur Marke Ogi beigetragen haben. Ob er denn eine Marke sei, wollte Moderator Röbi Koller von Ogi wissen. «Wahrscheinlich bin ich es nur geworden, weil der Name Ogi so kurz ist», meinte der ehemalige UNO-Sonderberater für Sport. Die Entstehung der Marke Ogi datierte er auf 1968 zurück. Damals musste die Skination Schweiz an den Olympischen Winterspielen in Grenoble eine ihrer grössten Schlappen einstecken. Als Direktor des Skiverbands erhielt Ogi den Auftrag, für die Spiele 1972 in Sapporo eine Gewinnermannschaft aufzubauen. «Doch dafür brauchte ich Geld. Und bald merkte ich, dass du bekannt sein musst, damit du Geld erhältst.» Erste Konturen habe die Marke Ogi erhalten, als er erstmals als Berner SVP-Kandidat für den Nationalrat angetreten sei. Er habe sich – in Anlehnung an die drei Buchstaben in seinem Nachnamen – als «offen, gut, integer» präsentiert.

Auch die anderen Teilnehmer der Talkrunde waren um markige Sprüche nicht verlegen. Er sei einmal im Jahr CEO, «Christmas Event Organiser», sagte Max Egger, Chef des Worber Bierbrauers Egger Bier, in Anspielung auf den «Chief Executive Officer». Egger Bier unterscheide sich von den Marken der Grosskonzerne vor allem durch die Rolle als Nischenanbieter. «Wenn ein Kunde bei uns anruft, hat er spätestens beim zweiten Gespräch Herrn Egger am Telefon. Bei Carlsberg erhält er nie und nimmer Herrn Carlsberg zu hören», scherzte Max Egger.

Keine Verträge

Zur heiteren Stimmung trug auch Peter «Mühli Pesche» Burkhart, Gründer des Kulturbetriebs Mühle Hunziken, bei. Er habe in seiner ganzen Karriere noch nie einen Künstlervertrag unterschrieben zurückgeschickt, verriet Burkhart den anwesenden Marketingprofis. «Und wenn der Musiker damit drohte, nicht aufzutreten?», wollte der Moderator wissen. «In diesem Fall habe ich geantwortet: ‹Dann schaue ich eben Fernsehen›», sagte Burkhart. Offenbar kam es nicht oft dazu. In der Mühle Hunziken sind international bekannte Musiker aufgetreten, etwa Dizzie Gillespie.

Die Talk-Gäste waren sich einig, dass manchmal unkonventionelle Wege beschreiten muss, wer erfolgreich sein will. Für Nicole Loeb, Chefin des Berner Warenhauses Loeb und Mutter von zwei Kindern, ist dies der Umstand, dass sie mit einem 60-Prozent-Pensum eine Firma führt. «Intern gab es kaum Widerstände gegen diese Lösung. Extern stiess ich aber auf viel Stirnrunzeln», sagte Loeb.

Unkonventionell an Thömus Veloshop sei, dass die Firma ihren Standort in Oberried habe, sagte Firmengründer Thomas Binggeli. Ein ungewöhnlicher Entscheid sei auch gewesen, die Produktion von Fahrrädern von China zurück in die Schweiz zu holen. «Ich bin ein paar Mal aufs Maul gefallen», sagte Binggeli. «Wichtig ist, immer wieder aufzustehen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch