Vom eigenen Arbeitgeber übergangen

Die Medizinische Fakultät der Uni Bern lädt zu einem Wahlpodium zu den Regierungsratswahlen. Aussen vor bleibt Kandidatin Maurane Riesen – obschon sie auf der Fakultät arbeitet.

Da verging ihr das Lächeln: Während Pierre Alain Schnegg eine Einladung zum Podium erhielt, blieb Maurane Riesen (zunächst) aussen vor.

Da verging ihr das Lächeln: Während Pierre Alain Schnegg eine Einladung zum Podium erhielt, blieb Maurane Riesen (zunächst) aussen vor. Bild: zvg

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Maurane Riesen, Regierungsratskandidatin des PSA, regte sich auf Facebook furchtbar auf. Ob man als Kandidatin einer bernjurassischen Partei eigentlich nicht ernst genommen werde, fragte sie ihre Follower.

Der Stein des Anstosses ist ein internes Wahlpodium zu den Regierungsratswahlen, das die Medizinische Fakultät der Uni Bern veranstaltet. Die Einladung an die Mitarbeitenden ging am Freitag per Mail raus. Man habe alle zehn Kandidaten zu einer Teilnahme bewegen können, heisst es darin stolz. Alle Kandidaten? Nicht wirklich. Einge­laden waren nur die Kandidaten mit intakten Wahlchancen. Sprich jene von SP, Grünen, EVP, GLP, BDP, FDP und SVP.

Dass man für ein Wahlpodium die Kandidaturen von Bruno Moser, Stefan Theiler und Co. nicht berücksichtigt, mag einleuchten. Maurane Riesen aber ist ein Spezialfall. Zwar sind auch ihre Wahlchancen minim. Aber als Kandidatin des PSA – die ­Separatisten unter den SPlern – hat sie eine besondere Rolle: Sie macht SP-Kandidat Christophe Gagnebin die Stimmen streitig.

Der Stachel über die fehlende Einladung sass aber vor allem deshalb besonders tief, weil es sich bei der Medizinischen Fakultät ausgerechnet um die Arbeitgeberin von Riesen handelt. Sie doktoriert dort.

Aber es kam doch noch alles gut. Die Agentur Furrerhugi, welche das Podium im Auftrag der Medizinischen Fakultät organisiert, nahm den Fauxpas prompt auf ihre Kappe und lud Riesen kurzfristig doch noch fürs Podium ein. Und nicht nur das. Die Berner Kommunikationsprofis sprachen ihr gar eine «aufrichtige Entschuldigung für dieses Versäumnis» aus.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 09.02.2018, 21:00 Uhr

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