Sturm fegt übers Bernbiet – zwei Verletzte

Auf dem Bantiger wurden Windböen mit 148 km/h gemessen: Wegen des Sturmtiefs Bennet gingen im Kanton über 80 Schadensmeldungen ein. Zwei Personen wurden verletzt.

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Heftige Sturmböen haben am Montag die Einsatzkräfte im Kanton Bern auf Trab gehalten. Bei der Kantonspolizei gingen über 80 Meldungen ein. Umgestürzte Bäume blockierten mehrere Strassen. Gegenstände wurden herumgewirbelt, zum Beispiel Baustellen-Signalisationen. Auch fielen Ziegel von den Dächern.

In Neuenegg stürzte ein Baum auf einen Lieferwagen. Der Lenker wurde dabei leicht verletzt, wie Polizeisprecher Dominik Jäggi auf Anfrage sagte. In Spiez wurde eine Frau von einem herumfliegenden Gegenstand getroffen; auch sie erlitt leichte Verletzungen.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Rüegsau im Emmental ist derzeit die Durchfahrt Sonnheim in Richtung Oberwintersei/Schweikboden wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Laut Gemeindeschreiber Bernhard Liechti konnte bisher noch nicht geräumt werden, da es wegen der Böen noch zu gefährlich sei. Verletzt hat sich niemand, doch es ist noch unklar, wie lange die Sperre aufrechterhalten werden muss.

Schuld ist Bennet

Das Sturmtief Bennet verlagerte sich heute über die britischen Inseln zur Nordsee, und seine Ausläufer kriegte auch die Schweiz zu spüren. Zwar brachte der Südwestwind auch milde Temperaturen mit sich, doch hohe Windgeschwindigkeiten sind die Kehrseite. So zeigt ein Leservideo aus dem Emmental, wie in Biembach eine Tanne den Sturmböen erliegt:

Quelle: Leserreporter/20 Minuten

Der Bahnverkehr aufs Jungfraujoch wurde wegen der starken Winde eingestellt – kein Wunder, bei gemessenen 152 km/h auf dem Joch. Zwischen Worb und Boll-Utzigen musste der Regionalverkehr Biel-Solothurn (RBS) zwischenzeitlich Bahnersatzbusse einsetzen, weil die Züge wegen «Gegenständen in den Fahrleitungen» nicht mehr fahren durften. Seit 10 Uhr verkehrt das «orange Bähnli» wieder normal.

Windgeschwindigkeiten über 100 km/h

Meteonews meldet, dass im Jura und in der Nordwestschweiz bereits vor 8 Uhr Windgeschwindigkeiten zwischen 60 und 100 Kilometern pro Stunde gemessen wurden. In höheren Lagen kam es sogar schon zu Orkanböen, so etwa auf dem Bantiger, wo 148 km/h gemessen wurden. Auch auf dem Chasseral wars mit 128 km/h recht windig:

Im weiteren Verlauf erreichte die Störung am Vormittag weite Teile der Alpennordseite und bringt vorübergehend kräftige Regengüsse und auch hier stark bis stürmisch auffrischenden Wind mit Böen um 60 bis 90 km/h, in exponierten und erhöhten Lagen teils auch mehr. Das bezeugen auch Messungen von SRF Meteo:

Die Temperaturen bewegten sich tagsüber noch um 7 bis 12 Grad und waren am Nachmittag rückläufig, die Schneefallgrenze sank bis am Abend bis knapp unter 1000 Meter. Weiter warnt Meteonews vor Waldspaziergängen, die aufgrund herabstürzender Äste gefährlich sein können, und rät, lose Gegenstände festzumachen.

Wie machen sich die starken Winde bei Ihnen bemerkbar? Fotos dürfen Sie gerne an online@bernerzeitung.ch schicken, die eindrücklichsten werden an dieser Stelle publiziert.

mb/pd/sda

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