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Sozialinspektoren überführten mehr Schwindler als im Vorjahr

Im Kanton Bern wurden im vergangenen Jahr 54 Fälle von Sozialhilfemissbrauch aufgedeckt. Der Anteil der Fälle, in denen sich ein ­Verdacht erhärtete, hat sich gegenüber 2015 erhöht.

Überwachung von Personen ist eines der Mittel, welche Sozialinspektoren anwenden (Symbolbild).
Überwachung von Personen ist eines der Mittel, welche Sozialinspektoren anwenden (Symbolbild).
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Schöpfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Sozialdienstes im Kanton Bern Verdacht auf missbräuchlichen Bezug von Sozialhilfegeldern, können sie zur Klärung des Falls Sozialinspektoren einsetzen.

Die meisten der 68 bernischen Sozialdienste arbeiten dafür mit dem kantonalen Verein Sozialinspektion zusammen. Die Sozialdienste dürfen aber auch private Firmen beauftragen.

Sozialinspektoren waren im vergangenen Jahr für 39 der 68 Sozialdienste im Einsatz. Wie die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) gestern mitteilte, hat sich der Anteil der Fälle, in denen sich der Verdacht auf Missbrauch schliesslich erhärtete, gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht.

46 900 beziehen Sozialhilfe, 54 Personen missbräuchlich

Im Kanton Bern erhalten 46 900 Personen Sozialhilfe. 54 Personen bezogen im vergangenen Jahr die Gelder zu Unrecht. Das sind knapp 56 Prozent der insgesamt 172 abgeklärten Fälle, wie die Erhebung der GEF ausweist. Damit habe sich der Anteil der Fälle mit erhärtetem Verdacht gegenüber dem Vorjahr (knapp 44 Prozent) deutlich erhöht. Die Verdachtsmeldungen betrafen aber weniger als ein Prozent der Sozialhilfebeziehenden.

Bei 32,5 Prozent der Fälle, die unrechtmässig Sozialhilfe bezogen haben, reichten die Sozialdienste Strafanzeige ein. Die weiteren Sanktionen waren unter anderem die Forderung, die missbräuchlich bezogenen Gelder zurückzuzahlen, oder den betreffenden Personen wurden die Leistungen gekürzt. Die rückerstattungspflichtige Summe konnte bei mehr als einem Drittel beziffert werden. Sie betrug 836 000 Franken.

Aufwand und Ertrag stimmen für den Kanton

Für den Kanton zahlt sich der Einsatz von Sozialinspektoren aus, wie Abteilungsleiterin Janine Heldner im Interview erklärt. Die Summe von zu Unrecht bezogener Sozialhilfe, die zurückgezahlt werden muss, ist höher als die Kosten für die Inspektoren.

«Die Hürde für einen missbräuchlichen Bezug ist deutlich höher, wenn jemand weiss, dass er überprüft werden kann.»

Janine Heldner (GEF)

Diese betrugen 714 000 Franken. Zudem dürfe der präventive Nutzen der Massnahme nicht unterschätzt werden, sagt Heldner. «Die Hürde für einen missbräuchlichen Bezug ist doch deutlich höher, wenn jemand weiss, dass er überprüft werden kann.»

Ein nicht oder nicht vollständig deklariertes Einkommen war bei fast der Hälfte der Verdachtsfälle das Thema. Bei einem Viertel waren falsche Angaben zur Wohnsituation eingereicht worden. Als Beweise für den Missbrauch dienten den Inspektoren Kontoauszüge, Arbeitsverträge, Hausbesuche, Internetrecherchen oder auch die Überwachung der Personen ohne ihr Wissen.

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