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Trotz verschwundener Gelder hat Kapo das Vertrauen der Regierung

Die Berner Kantonsregierung vertraut der Kantonspolizei - obwohl 2010 aus einem Tresorraum der Polizei 120'000 Euro verschwanden.

Trotzdem, dass 120'000 Franken aus einem Tresor der Kantonspolizei Bern verschwunden sind, vertraut die Regierung der Kapo.
Trotzdem, dass 120'000 Franken aus einem Tresor der Kantonspolizei Bern verschwunden sind, vertraut die Regierung der Kapo.
Keystone

Die Berner Kantonsregierung vertraut der Kantonspolizei - obwohl 2010 aus einem Tresorraum der Polizei 120'000 Euro verschwanden. Das schreibt der Regierungsrat in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation von Grossrat Hasim Sancar (Grüne/Bern).

Der konkrete Fall sei bedauerlich und stärke das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei nicht, hält die Kantonsregierung fest. Dass ein konfiszierter Geldbetrag abhanden komme, sei aber ein «klarer Ausnahmefall». Die Kantonspolizei stelle jährlich Tausende von Objekten sicher.

Die von der Staatsanwaltschaft gegen mehrere Polizisten geführte Strafuntersuchung habe zudem nicht bestätigt, dass es sich zwingend um einen Diebstahl handelte. «Der Geldbetrag könnte auch durch eine Verkettung unglücklicher Umstände verloren gegangen sein.»

Die im Frühjahr 2014 ergebnislos eingestellten Ermittlungen zeigten laut der Regierung, dass zum Zeitpunkt des Verschwindens der 120'000 Euro keine Sicherheitslücken bei der Kantonspolizei bestanden. Die Regierung weist auch darauf hin, dass laut regelmässige Befragungen der Bevölkerung die Bürger mit der Arbeit der Kapo zufrieden sind.

Polizei hat neue Tresore

Eingereicht hatte Grossrat Sancar seine Interpellation, nachdem die «SonntagsZeitung» den bernischen Polizei- und Militärdirektor Hans-Jürg Käser mit den Worten zitiert hatte, sein Vertrauen in die Polizei sei auch nach dem Verschwinden des Geldes intakt. Sancar wollte nun eine Aussage des Gesamtregierungsrats.

Er fragt in seinem Vorstoss auch nach Massnahmen der Kantonspolizei, die «solche Formen des internen Diebstahls» verhindern sollen. Und will wissen, wieso die Polizei so viel Geld nicht umgehend auf einem Bankkonto deponierte.

Dazu sagt die Regierung, die Polizei analysiere unabhängig vom Vorfall ihre Prozesse laufend und nehme wo nötig Anpassungen vor. «An verschiedenen Standorten verfügt die Kantonspolizei zudem über neue, modernste Tresore mit individuell vergebenen Zugangscodes und elektronisch nicht veränderbaren Zeitstempeln.»

Mit diesen Stempeln lasse sich jede Bedienung des Tresors einer bestimmten Person zuweisen und aufzeichnen. Dass die Polizei die 120'000 Euro nicht sofort auf eine Bank brachte, lag laut der Regierung an spurentechnischen Untersuchungen und Ermittlungen.

SDA/cla

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