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Thorberg: Umstrittene Zelle wird nicht mehr benutzt

Nach Kritik an der Ankettung eines Insassen darf in der Berner Strafanstalt Thorberg die dafür vorgesehene Zelle einstweilen nicht mehr benutzt werden.

Die Sicherheitszelle in der Strafanstalt Thorberg, wo Gefangene angekettet wurden, ist nicht mehr in Betrieb.
Die Sicherheitszelle in der Strafanstalt Thorberg, wo Gefangene angekettet wurden, ist nicht mehr in Betrieb.
Stefan Anderegg

Nach der Kritik an der sogenannten Sicherungszelle hat der Vorsteher des bernischen Amts für Freiheitsentzug und Betreuung, Thomas Freytag, angeordnet, diese nicht mehr zu benutzen. Er habe den Direktor der Strafanstalt auch aufgefordert, Varianten zur Ankettung von Insassen in dieser Zelle zu prüfen, sagte Freytag am Dienstagabend im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF.

Auf die Frage, was das sein könne, sagte Freytag, nach wie vor stünden Hand- und Fussfesseln zur Verfügung, wenn Insassen sich selber verletzten wollten und etwa mit dem Kopf gegen Tische schlügen. Auch Helme zu ihrem Schutz gebe es.

Ankettung nach Verlust der Selbstkontrolle

Die Zeitung «Der Bund» hatte am Samstag berichtet, in einer sogenannten Sicherungszelle würden auf dem Thorberg Insassen an die Wand gekettet, wenn sie die Selbstkontrolle verlören und sich oder andere gefährdeten. Ein Insasse sei mehrere Stunden lang so fixiert worden, ohne dass der Forensisch-Psychiatrische Dienst der Uni Bern beigezogen worden sei.

Die nationale Kommission zur Verhütung von Folter stufe diese Zelle als nicht zeitgemäss ein. Freytag sagte am Dienstagabend dazu, der Forensisch-Psychiatrische Dienst sei im fraglichen Fall durchaus avisiert worden. Nur dauere es eben eine Zeit lang, bis ein Arzt an Ort und Stelle sei. Der Forensiker sei nicht 24 Stunden am Tag im Haus. Wenn eine Person nicht mehr ansprechbar sei, müsse das Personal sofort reagieren.

(SDA)

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