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Tausende demonstrieren gegen Sparmassnahmen

Die bernischen Grossräte haben sich am Montagmittag zum Auftakt der Novembersession ihren Weg zum Berner Rathaus durch 1500 bis 2000 Behinderte, Betreuer und Angehörige bahnen müssen.

Am Montag, 18. November versammelten sich unzählige Behinderte aus dem Kanton mit Betreuern und Freunden auf dem Rathausplatz...
Am Montag, 18. November versammelten sich unzählige Behinderte aus dem Kanton mit Betreuern und Freunden auf dem Rathausplatz...
Alexandra Graber
...ihr Ziel war es Präsenz zu markieren und durch das zahlreiche Erscheinen ein Zeichen zu setzen.
...ihr Ziel war es Präsenz zu markieren und durch das zahlreiche Erscheinen ein Zeichen zu setzen.
Alexandra Graber
Die Bewohnerinnen und Pflegerinnen von Wohnhaus Belpberg in Münsingen müssten im Fall von Sparmassnahmen mit massivem Abbau beim Betreuungspersonal rechnen. Dies würde zu einer Einschränkung der Pflege führen.
Die Bewohnerinnen und Pflegerinnen von Wohnhaus Belpberg in Münsingen müssten im Fall von Sparmassnahmen mit massivem Abbau beim Betreuungspersonal rechnen. Dies würde zu einer Einschränkung der Pflege führen.
Alexandra Graber
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Unzählige behinderte Menschen mit Betreuern, Freunden, sowie reichlich Sympathisanten demonstrierten am Montagnachmittag vor dem Rathaus gegen Sparmassnahmen im Behindertenbereich.

Finanzkommission gegen Sparmassnahmen im Behindertenbereich

Zwar wird die Finanzkommission des Grossen Rats in einigen Tagen dem Kantonsparlament beantragen, im Rahmen der grossen Spardebatte zum ASP-Sparpaket auf Massnahmen zu Lasten der Behinderten zu verzichten.

Es scheint also, dass der bernische Grosse Rat darauf verzichten will, bei den kantonalen Betriebsbeiträgen an Institutionen für erwachsene Behinderte 16 bis 29 Millionen Franken pro Jahr einzusparen. Die Behinderten, ihre Betreuer und Angehörige folgten aber dennoch dem Aufruf von zwei Behindertenorganisationen, nach Bern zu kommen.

Stille Demonstration

Es gehe darum, den Grossräten schweigend zu zeigen, was für Menschen durch allfällige Sparmassnahmen betroffen würden, sagte Yvonne Brütsch von der kantonalen Behindertenkonferenz (kbk) in einer ganz kurzen Ansprache vor dem Rathaus.

Geschwiegen wurde allerdings während der Kundgebung kaum, dafür aber gesungen: Das Lied «Dene wos guet geit» des Berner Chansonniers Mani Matter. Auf diese Weise forderten die Kundgebungsteilnehmer Solidarität zwischen Gutsituierten und weniger gut Gestellten. Viele hielten Transparente in die Höhe, auf denen etwa stand «Erspart uns das!» und «Klassische Kostenverschiebung».

Den Grossrätinnen und Grossräte wurden Flugblätter in die Hand gedrückt. Auf ihnen war zu lesen, dass die Behindertenorganisationen nach dem Entscheid der Finanzkommission zuversichtlich sind. Man sei zum Dialog bereit. Die Teilnehmer der Anti-Spar-Demonstration füllten nicht nur den Rathausplatz, sondern auch zwei angrenzende Gassen.

Im Vorfeld zu Zurückhaltung aufgerufen

Käthi Rubin von der Behindertenorganisation insieme Kanton Bern sagte am Rand der Veranstaltung, die Teilnahme an der Kundgebung habe die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. Im Vorfeld dieser Demonstration hatten insieme und die kbk auf ihrer Internetseite die Teilnehmer aufgerufen, die Transparente nicht allzu aggressiv zu gestalten.

Schliesslich sei ja die Ausgangslage nach der im Sinn der Behinderten ausgegangenen Vorberatung des ASP-Sparmassnahmenpakets positiv. Der Grosse Rat nimmt die grosse ASP- und Budget-Beratung, welche mehrere Tage lang dauern wird, gemäss Sessionsprogramm am Mittwoch auf.

SDA/asg

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