SVP-Salzmann: «Ich habe grosse Freude gefühlt»

Der Berner SVP-Präsident Werner Salzmann wurde am Montag als neu gewählter Nationalrat vereidigt. Im Interview spricht er dar­über, in welcher Kommission er mitwirken will und wie sich sein Job beim Kanton mit seinem Mandat verträgt.

Herr Salzmann, 2011 verpassten Sie die Wahl in den Nationalrat um nur eine Stimme. Jetzt haben Sie die Wahl geschafft – mit ­welchen Gefühlen gingen Sie am Montag ins Bundeshaus?Werner Salzmann:Ich habe am Montag keine Genugtuung, sondern grosse Freude gefühlt. 2011 verzichtete ich darauf, eine Nachzählung der Stimmen zu verlangen. Nun hat sich bewahrheitet, dass manchmal ein Schritt zurück zwei Schritte nach vorne bedeutet.

Wer sind im Rat Ihre Nachbarn?Links von mir sitzt die Berner ­Nationalrätin Nadja Pieren, rechts der Zürcher Nationalrat Thomas Matter.

In welcher Kommission werden Sie arbeiten?Ich habe mich für die Sicherheitspolitische Kommission (SIK) gemeldet. Die Themen sind für mich als aktiven Oberst im Heerstab und Präsident der Berner Schützen interessant. Zweite Priorität hätte für mich die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) und dritte Priorität die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek). Noch ist nichts definitiv. Ich gehe aber davon aus, dass es am ehesten die SIK ist, da für die WAK und die Urek die Nachfrage sehr hoch ist und jene Parlamentarier, die bereits länger dabei sind, Priorität haben.

Wer soll zweiter SVP-Bundesrat werden?Wir haben mit Norman Gobbi, Thomas Aeschi und Guy Parmelin drei valable Kandidaten. Einer von ihnen wird Bundesrat.

Welcher ist Ihr Favorit bei den Wahlen?Die Wahl ist geheim, und das ist gut so.

Bis zur Wahl sind es noch neun Tage – was geschieht bis dahin hinter den Kulissen?Es gibt noch verschiedene Hearings, die Kandidaten müssen sich präsentieren, und es wird sicher noch Absprachen geben. Es wird auf jeden Fall spannend, und ich freue mich darauf, in der Fraktion mitzureden und mitzuentscheiden.

Können Sie Ihren Job bei der kantonalen Finanzdirektion mit Ihrem Nationalratsmandat vereinbaren?Ja. Ich habe bereits im Frühjahr mit der Leitung der Steuerverwaltung vereinbart, dass ich im Falle einer Wahl mein Pensum von jetzt 80 auf neu 50 Prozent reduzieren werde. Damit habe ich den nötigen Freiraum, um das Nationalratsmandat auszuüben.

Inhaltlich gibt es doch auch Interessenkonflikte.Nein, das täuscht. Meine Tätigkeit ist ja eine fachliche, zudem gebe ich das Präsidium der Gruppe Landwirtschaft in der Schweizer Steuerkonferenz nun ab.

Berner Zeitung

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