Alpenparlament: SVP mit seltsamer Partnerin

Das Alpenparlament vertritt zuweilen eigenartige Ansichten. Die SVP geht eine Listenverbindung mit der Kleinstpartei ein.

Cedric Fröhlich@cedricfroehlich

Ja zum Atomausstieg, Nein zum EU-Beitritt und zu unkontrollierter Einwanderung: Auf den ersten Blick wirken viele der politischen Forderungen des Alpenparlaments (ALP) nicht aussergewöhnlich. Die Organisation hat an den kommenden Nationalratswahlen keine realistische Chancen auf einen Sitzgewinn.

Die wenigen Stimmen, welche das ALP machen wird, landen aber – wie schon 2011 – über eine Listenverbindung bei der SVP. Ideologisch stehe man einander relativ nahe, erklärt Roland Schöni, Zentralsekretär des ALP. Die Geschäftsführerin der kantonalen SVP-Sektion, Aliki Panayides, spricht von einer «bürgerlichen Partnerschaft». Das Alpenparlament vertritt nebst den massentauglichen auch kuriose Ansichten. So behauptet die Partei etwa, dass der menschenverursachte Klimawandel eine Lüge sei.

Amerikanische Wetterwaffen

Ein Blick auf die Website der Partei offenbart eine Mischung aus esoterischen Heilmethoden, Verschwörungstheorien und zweifelhaften Energiealternativen. Angesprochen auf diese Inhalte, erklärt Roland Schöni, dass jeder sich etwas herauspicken könne, was ihm passe.

«Wir massen uns nicht an, den Menschen vorzuschreiben, was sie zu glauben haben und was nicht. Vieles wird der Öffentlichkeit aber bewusst vorenthalten.» Er behauptet beispielsweise, von der Beimischung menschlicher Föten zu Süssgetränken zu wissen oder dass die USA mittels Versprühen von Giftmischungen das Wetter beeinflussen könnten. Die Partnerschaft mit der SVP begründet Schöni folgendermassen: «Ideologisch stehen wir der SVP klar am nächsten.»

Ein Freundschaftsdienst

Aliki Panayides relativiert die Verbindung allerdings: «Es handelt sich um eine reine Zweckgemeinschaft.» Man respektiere die Ansichten des ALP, solange sie niemandem schadeten. Inhaltlich aber distanziere man sich von solchen Theorien. In der Tat dürfte es bei der ungewöhnlichen Partnerschaft weder um Verwandtschaftspflege noch um zusätzliche Stimmen gehen. Vielmehr ist es ein Freundschaftsdienst: Das ALP beweist sich jeweils als fleissige Unterschriftensammlerin für Volksinitiativen der SVP.

Berner Zeitung

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