250 Meldungen: Sturm fordert Berner Einsatzkräfte

In der Nacht auf Dienstag tobte der Sturm Sabine noch einmal im Kanton Bern. In Mühleberg wurden Orkanböen von 130 km/h gemessen.

Im Wald bei Huttwil musste die Feuerwehr mehrere Bäume, die auf Strasse nach Wyssachen gestürzt waren, wegräumen. Video: Marcel Bieri

Der Wintersturm «Sabine» hat im Kanton Bern zu rund 250 Unwettermeldungen geführt. Diese Bilanz zog die Polizei am Dienstagnachmittag. Der Sturm hielt die Einsatzkräfte seit Sonntagabend auf Trab.

Am Dienstag schwächte er sich allmählich ab. Böen von 60 bis 90 km/h im Flachland und über 100 km/h in den Bergen seien aber weiter möglich, wie Meteoschweiz mitteilte. Eine Sturmwarnung der Stufe 2 wurde für Dienstag noch aufrecht erhalten.

Die Unwettermeldungen hatten die Polizei aus dem ganzen Kanton erreicht. 140 betrafen das Berner Mittelland, das Emmental und den Oberaargau, 60 das Seeland und den Berner Jura und 50 das Berner Oberland.

Keine Verletzten

Gemeldet wurden vor allem Bäume auf Strassen, beschädigte Dächer und im Seeland gekenterte Schiffe. Von Verletzten hatte die Kantonspolizei Bern auch am Dienstag keine Kenntnis.

Da und dort war der Verkehr weiter eingeschränkt. So blieb die Hauptstrasse von Schwarzenburg nach Freiburg wegen Sturmschäden am Dienstag gesperrt. In Langenthal fiel der Wochenmarkt aus: Die Stände mit den Dächern seien windanfällig, teilten die Stadtbehörden mit.

«Sabine» war in der Nacht auf Dienstag nochmals auf Touren gekommen. Besonders windig war es erneut im Berner Jura. Auf dem Chasseral blies der Orkan in der Nacht mit bis zu 131 km/h, wie Meteoschweiz bekanntgab. Im Flachland wurde mit 130 km/h in Mühleberg-Stockeren und mit 124 km/h in Brienz die höchsten Windgeschwindigkeiten registriert.

Verkehr betroffen

Auf der A1 behinderten in der Nacht auf Dienstag umgestürzte Bäume zwischen Luterbach SO und Kriegstetten BE den Verkehr in Richtung Bern. Auch auf dem Schienennetz gab es am frühen Dienstagmorgen mehrere Unterbrüche, namentlich im Jura. Wegen umgestürzter Bäume waren im Berner Jura die Bahnstrecke Court – Moutier BE unterbrochen.

Bergbahnen auch am Dienstag geschlossen

Das Sturmtief sorgte auch am Dienstag für geschlossene Bergbahnen. Eine Übersicht: Im Skigebiet Jungfrau fährt die Wengernalpbahn bis zur Brandegg und Wengernalp. Kleine Scheidegg und Jungfraujoch sind geschlossen. Der Skilift Bumps und die Sesselbahn Innerwengen-Allmend sind in Betrieb.

Am Schilthorn sind nur die Bahnen bis Mürren, Gimmelen, Schiltgrat und die Anlagen im Gebiet Allmendhubel-Winteregg offen.

Im Saanenland sind nur das Zückerli und Saanenmöser-Saanenwald in Betrieb. An der Lenk sind Stoss, Wallegg und Mauren offen.

In Meiringen-Hasliberg bleiben die Anlagen oberhalb Mägisalp und Käserstatt heute zu. Über eine allfällige Inbetriebnahme der unteren Anlagen wird um 10 Uhr Vormittag entschieden.

Wetterberuhigung in Sicht

Am frühen Morgen hat der Wind deutlich nachgelassen. Der Wind bleibe am heutigen Tag aber mässig bis stark, in Verbindung mit Schauern kann er teilweise auch noch stürmisch sein mit Böen um 70 bis 80 km/h, wie der Wetterdienst Meteonews in einer Mitteilung schreibt. Auch in der kommenden Nacht und am Mittwochvormittag sind bei mässigem Südwestwind noch kräftige Böen möglich.

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