Streichung von Baudenkmälern kostet 3 Millionen

Der Kanton Bern muss 11'000 Baudenkmäler aus dem Bauinventar streichen. Um diesen Auftrag des Parlamentes umzusetzen, beantragt die Regierung eine befristete Aufstockung von Stellen. Kostenpunkt: 2,97 Millionen Franken.

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Die Berner Regierung beantragt dem Grossen Rat für eine befristete Personalaufstockung einen Kredit von 2,97 Millionen Franken zu sprechen, wie sie am Donnerstag mitteilte. Der Grund: Der Kanton Bern muss 11'000 Baudenkmäler aus dem Bauinventar streichen. Dafür brauchts mehr personelle Ressourcen.

Das Kantonsparlament hatte beschlossen, die Zahl der im kantonalen Bauinventar erfassten, schützens- und erhaltenswerten Gebäude bis 2020 auf maximal sieben Prozent des gesamten Baubestandes zu beschränken.

Das Bauinventar der kantonalen Denkmalpflege umfasst heute - ohne die Stadt Bern - rund 39'000 schützens- und erhaltenswerte Bauten, was rund 10 Prozent des Gesamtbestandes entspricht. Somit müssen drei Prozent aus dem Inventar gestrichen werden. Dies trifft rund 11'000 Baudenkmäler. Um diesen Arbeitsaufwand bis 2020 zu bewältigen, braucht es aus Sicht der Regierung eine befristete Aufstockung der personellen Ressourcen.

Stadt Bern hat bereits reduziert

Die Stadt Bern mit ihrer von der Unesco geschützten Altstadt hat ihr Bauinventar bereits reduziert und damit den Entscheid des Kantons «faktisch vorweggenommen», wie es am Montag an einer Medienkonferenz hiess.

Die Stadt nahm bereits 2012 die Revision ihres Bauinventars in Angriff. Schon damals setzte sich die städtische Denkmalpflege zum Ziel, den Bestand der inventarisierten Bauten um einen Viertel zu reduzieren. Danach werden noch rund 3850 Gebäude im Inventar verbleiben.

Die Fachleute arbeiten während vier Jahren an der Revision, unterstützt von Zivildienstleistenden. Für diese Arbeiten bewilligte das Berner Stadtparlament 2012 einen Kredit von 1,1 Millionen Franken.

Abgeltung des Kantons

Der Kanton entschädigt die Stadt Bern für den Betrieb einer eigenen Denkmalpflege mit einem jährlichen Betrag von 250'000 Franken. Die Regierung beantragt dem Grossen Rat für die Jahre 2017-2019 einen entsprechenden Kredit.

Die städtische Fachstelle arbeite eng mit der kantonalen Denkmalpflege zusammen und nehme im Auftrag des Kantons die entsprechenden Aufgaben auf städtischem Gebiet wahr, schreibt die Regierung. (mib/sda)

Erstellt: 01.09.2016, 10:26 Uhr

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