Stöckli und Luginbühl können feiern

Albert Rösti (SVP) nimmt sich aus dem Rennen um die Berner Ständeratssitze. Damit sind die Bisherigen Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP) so gut wie gewählt. Einen zweiten Wahlgang dürfte es aber trotzdem geben.

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Eigentlich hatten die Berner Ständeratskandidaten am Dienstag bis 12 Uhr Zeit, ihren Rückzug für den zweiten Wahlgang vom 15. November bei der Staatskanzlei zu melden. Die Frist wurde aber im Verlaufe des Tages bis zum Abend verlängert. Doch der Reihe nach. Mit Spannung wurde insbesondere die Strategie der SVP erwartet.

Kurz vor Mittag teilte die Partei ihren Entschluss schliesslich mit: Albert Rösti wird nicht zum zweiten Ständeratswahlgang antreten. Er lag nach dem ersten Wahlgang vom Sonntag mit 136'055 Stimmen auf dem dritten Platz hinter den beiden Bisherigen Hans Stöckli (SP) mit 144'805 Stimmen und Werner Luginbühl (BDP) mit 151'069 Stimmen. Ebenfalls bis am Dienstagmittag teilten die Kandidierenden auf den Rängen vier bis acht, Christine Häsler (Grüne), Claudine Esseiva (FDP), Jürg Grossen (GLP) und Marianne Streiff (EVP), ihren Rückzug mit.

«Bräuchte ein Wunder»

Rösti begründet den Verzicht mit den geringen Wahlchancen im zweiten Durchgang. «Es bräuchte vermutlich ein kleines Wunder, damit ich gewählt würde.» Der SVP-Nationalrat zweifelt insbesondere an der Unterstützung der anderen bürgerlichen Parteien. «Von der BDP ist keine Hilfe zu erwarten», sagt der Oberländer. Deshalb habe er sich für einen Rückzug entschieden. «Ich will nicht mit dem Kopf durch die Wand.»

Röstis Verzicht hängt aber auch mit den Regierungsratsersatzwahlen vom 28.Februar zusammen. Dazu kommt es, weil die SP-Regierungsräte Andreas Rickenbacher und der Bernjurassier Philippe Perrenoud Ende Juni 2016 zurücktreten. «Wir verzichten auf den zweiten Wahlgang, um uns für die Ersatzwahlen vorzubereiten», sagt Rösti. Jetzt müssten die Kräfte gebündelt und eine gesamtbürgerliche Allianz geschmiedet werden.

Frist wurde verlängert

Mit dem Rückzug Röstis sind Luginbühl und Stöckli so gut wie gewählt. Der SVPler wäre der einzige Kandidat gewesen, der den beiden Bisherigen allenfalls doch noch hätte gefährlich werden können. Trotzdem war lange Zeit unklar, ob sich die zwei nicht doch einem zweiten Wahlgang stellen müssen. Denn bis Dienstagmittag hielten die Piraten Jorgo Ananiadis und Denis Simonet sowie die Parteilosen Bruno Moser und Josef Rothenfluh an ihren Kandidaturen fest.

Deshalb teilte die Berner Staatskanzlei am Dienstag mit, dass sie «aufgrund der aktuellen Situation» den Rückzug von Kandidaturen weiterhin entgegennehme. Damit gemeint war: Man wollte den aussichtslosen Kandidaten auf den Plätzen sieben bis elf aus dem ersten Wahlgang mehr Zeit dafür einräumen, doch noch zur Räson zu kommen.

Piraten reagieren doch noch

Bei den beiden Piraten sowie Rothenfluh zeigte die Fristverlängerung Wirkung. Sie teilten am frühen Abend mit, dass sie ihre Kandidaturen nun ebenfalls zurückziehen werden. Bruno Moser hingegen will einen zweiten Wahlgang erzwingen. Er habe eine Verpflichtung gegenüber den 4114 Wählern, die im ersten Durchgang für ihn gestimmt hätten, sagt er.

Um diese Minderheit zu befriedigen, könnte er der Mehrheit Kosten von einer halben Million Franken bescheren. Dies vorausgesetzt, dass bis Donnerstagmittag der Staatskanzlei keine zusätzlichen Kandidaturen gemeldet werden. Dann läuft die Anmeldefrist aus. Im Kanton Bern kann jeder antreten, der von zehn Stimmberechtigten unterstützt wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.10.2015, 20:09 Uhr

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Albert Rösti

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