Ständerat: Wen unterstützt die Mitte?

GLP, BDP und EVP werden alle in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie für den zweiten Ständeratswahlgang jemanden empfehlen werden.

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Quentin Schlapbach@qscBZ

Als die Berner FDP am Dienstag in einem Communiqué das Doppelticket Markwalder-Salzmann lancierte, hängte sie die Logos von SVP, BDP und EDU kurzerhand mit in ihre Medienmitteilung. Der Entscheid sollte gegen aussen so aussehen wie ein bürgerlicher Schulterschluss.

In den Stunden danach drang allerdings immer mehr an die Öffentlichkeit, dass – zumindest aus Sicht der BDP – dieser Entscheid alle andere als harmonisch und im Einklang fiel. Das Vorpreschen von Christa Markwalder und der FDP sei der Grund gewesen, wieso sie für den zweiten Wahlgang nicht mehr antrete, sagte Beatrice Simon in mehreren Interviews.

In den Sozialen Medien goss die BDP-Regierungsrätin am Mittwoch zusätzlich Öl ist Feuer. «Ich wurde nach dem Wahlsonntag nie von den bürgerlichen Parteien kontaktiert. Deren Entscheid mit Salzmann und Markwalder anzutreten wurde gefällt, ohne meine Meinung einzuholen», schrieb sie auf Facebook. «Dazu sind diese selbstverständlich nicht verpflichtet, doch erleichtert dies die zukünftige Zusammenarbeit in keiner Art und Weise.»

Es stellt sich also die Frage, ob die BDP – wie in von der FDP verschickten Mitteilung suggeriert – tatsächlich voll hinter dem Ticket Markwalder-Salzmann steht. Ober ob die menschliche Enttäuschung über den politischen Dolchstoss schwerer wiegt, als die politischen Gemeinsamkeiten.

BDP entscheidet am Donnerstag

Auf Nachfrage sagt Astrid Bärtschi, Vize-Präsidentin der BDP Kanton Bern, dass ihre Partei am Mittwochabend zusammensitzen werde, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Der Entscheid, ob die BDP eine Wahlempfehlung für ein Ticket gibt, werde am Donnerstag bekannt gegeben. Die FDP preschte also nicht nur bei der Kandidatenwahl vor, sondern auch bei der Wahl der Logos.

Wie die BDP überlegen sich auch die anderen Mitteparteien GLP und EVP derzeit eine Strategie für den zweiten Wahlgang. Die GLP trifft sich am Dienstag zur Mitgliederversammlung und entscheidet dann, ob sie einem oder mehreren Kandidaten unterstützen will. Die EVP versammelt ihre Delegierten bereits am Donnerstagabend und kommuniziert den Entscheid dann am Tag darauf.

Bereits entschieden hat sich die CVP. Sie hat Stimmfreigabe beschlossen. Dass die politische Mitte nicht mehr zur Wahl stehe, bedauert die Partei «ausserordentlich», schreibt sie in einer Medienmitteilung. Das «sogenannt bürgerliche Ticket» mit Werner Salzmann (SVP) und Christa Markwalder (FDP) bestehe aus zwei Persönlichkeiten, die politisch «in verschiedenen Galaxien beheimatet sind». Von einem kompakten Ticket könne keine Rede sein, deshalb die Stimmfreigabe.

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