Stadt Bern gewinnt Umweltrating

Im zweiten Umwelt-Gemeinderating von WWF und VCS liegt Bern wieder an der Spitze, Biel steigt auf den zweiten Platz auf. Am meisten Fortschritte machte jedoch Langnau.

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Christoph Aebischer@cab1ane

Ranglisten wecken Neugier. Dieses Bedürfnis befriedigen die Umweltverbände WWF und VCS mit ihrem Gemeinde-Umweltrating. Gestern präsentierten sie nach 2009 zum zweiten Mal, wie sich «energierelevante Gemeinden» im Kanton Bern geschlagen haben. Energierelevant ist, wer gross ist oder stark wächst; definiert sind die 34 Gemeinden im Berner Richtplan. Von diesen machten 25 mit. Sumiswald, 2009 am Schluss des Ratings gelandet, Herzogenbuchsee, Uetendorf und Worb fehlen dieses Mal. Mit dabei und wieder an der Spitze ist die Stadt Bern, gefolgt von Biel (siehe Rangliste). Als grosse Aufsteiger glänzen Langnau, das vom 22. auf den 7.Platz vorstiess, aber auch Brügg (von 20 auf 9) und Biel (von 9 auf 2) machten einen beachtlichen Sprung nach vorn. Absteiger sind dagegen Ittigen (von 3 auf 12) und Ostermundigen (von 5 auf 14). «Das zeigt, dass Errungenschaften gepflegt werden müssen», sagte Maria Iannino, Präsidentin des VCS Kanton Bern.

Gegenseitiger Ansporn

Wichtiger als die Rangliste ist laut WWF-Präsidentin Nadine Masshardt jedoch etwas anderes. Sie erhofft sich, dass das Rating Gemeinden zum Austausch und zum Nachahmen guter Lösungen anregt. Für die Könizer Gemeinderätin Rita Haudenschild, die wie einige andere Lokalpolitikerinnen und -politiker ebenfalls an der Präsentation des Ratings teilnahm, dient das Rating quasi als Instrument zur Qualitätssicherung: «Dort, wo wir schlechter wurden, werde ich mich nach den Ursachen erkundigen», sagte sie. Erfreulich sei, betonte Masshardt, dass gegenüber vor vier Jahren Fortschritte zu beobachten seien.

Im Rating werden in den drei Bereichen Mobilität, Energie und weitere Umweltbereiche (zum Beispiel Recycling, Raumplanung und Naturschutz) insgesamt 60Punkte verteilt. Bei den abgefragten Kriterien sollen die Gemeinden Einflussmöglichkeiten haben. Sie reichen von Strategiepapieren bis zum Energiemix von Gemeindebauten. Tendenziell haben es grosse Gemeinden leichter, sich vorne zu platzieren, räumen die Studienautoren ein. Dies ergebe sich auch durch die Ressourcen einer Gemeinde.

Kritik aus Schwarzenburg

Genau dies veranlasste Schwarzenburgs Gemeinderat Daniel Schmied zu einer kritischen Anmerkung. Das Frageraster sei zu wenig auf ländliche Gemeinden ausgerichtet. Was in der Agglomeration sinnvoll sei, müsse nicht zwingend auch in Schwarzenburg nötig sein. Dass sein Dorf das Portal zu einem regionalen Naturpark sei, könne man dagegen nicht einbringen. Seine Gemeinde landete am Schwanz des diesjährigen Ratings.

Die Kritik wurde als Anregung für das nächste Rating im Jahr 2017 entgegengenommen. Doch spiele auch das Engagement eine Rolle, und da müssten kleine Gemeinden nicht zurückstehen. WWF-Geschäftsführer Jörg Rüetschi erläuterte dies am Beispiel von Burgdorf. Während die Stadt in zwei Bereichen gut abschneidet, landet sie im dritten auf dem schlechten 21.Platz. Dies hänge sicher auch mit den Personen zusammen, die in den einzelnen Bereichen verantwortlich seien. Der Aufstieg von Langnau wird im Bericht zum Beispiel auf Fortschritte beim Langsamverkehr oder auf den kommunalen Energierichtplan, der nun vorliegt, zurückgeführt. Langnau hat sich in sämtlichen drei Bereichen markant verbessert.

Berner Zeitung

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