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Spider zwingt, Farbe zu bekennen

Der Smartspider hat in zehn Jahren die Schweizer Wahlen erobert. Hat die Demokratie damit auch etwas gewonnen? Die Erfinder sind überzeugt davon. Tiefgreifend verändert hat das Tool die Wahlen aber nicht, findet Politologe Georg Lutz.

Seit der Verein Smartvote 2003 den Smartspider lancierte, ist die Spinne mit acht Beinen nicht mehr zu stoppen. Mitentwickler Daniel Schwarz hat zwar nichts dagegen, für ihn sind aber andere Tools – insbesondere der Fragebogen, auf dem das individuelle Diagramm basiert, fast wichtiger. Mittlerweile ist ein solches Profil für Kandidatinnen und Kandidaten vor Wahlen fast schon ein Muss. Für die SVP Kanton Bern gehört es zum «Standard».

Hat der Spider aber mehr Qualität gebracht? Schwarz ist überzeugt davon. Da alle dieselben Fragen beantworten müssten, sei «Rosinen picken» nicht mehr möglich. Die politischen Überzeugungen träten klar zutage, weil Kandidierende Farbe bekennen müssten. Dank der Fremdeinschätzung sei ein systematischer Vergleich der Kandidierenden möglich. «Subjektiv bleiben natürlich die Antworten», räumt Schwarz ein. Doch müssten Politiker immerhin damit rechnen, darauf behaftet zu werden.

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