SP setzt auf Kuchen, Äpfel und Erfahrung

Eine Woche nach der SVP gibt die SP den Startschuss zum Wahlkampf. Mit dem Slogan «Erfahrung wählen» wollen die Genossen die linke Regierungsmehrheit verteidigen.

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Dass Roberto Bernasconi und Christoph Ammann am 6. Januar Dreikönigskuchen unters Volk brachten, war zwar bereits Teil des SP-Wahlkampfes für die ­Regierungsratsersatzwahl vom 28. Februar. So richtig loslegen will die Partei aber jetzt, wie Präsidentin Ursula Marti bei der Präsentation der Kampagne sagte. Mit dem Slogan «Erfahrung wählen!» empfiehlt die SP den Oberländer Ammann und den Bernjurassier Bernasconi für den Regierungsrat. Sie sollen die beiden ­vakanten SP-Sitze verteidigen.

Die SVP startete den Wahlkampf bereits vor den Festtagen mit einer Plakatkampagne, auf der ihre beiden Kandidaten «es guets Nöis» wünschen. Dafür habe die SP die Mittel nicht, so Marti. Das Budget betrage zwischen 150'000 und 170'000 Franken. «Je nachdem, wie viele Spenden eingehen.»

Ammann und Bernasconi beteiligen sich mit je 5000 Franken an der Kampagne. Die SP Berner Jura steuert 10'000 Franken bei, Ammanns Unterstützungskomitee dessen Co-Präsident Alt-BDP-Grossrat Dieter Widmer ist, ist die Kampagne 20'000 Franken wert. Zum Vergleich: Das Budget der SVP beläuft sich auf etwa 250'000 Franken.

Dafür sei das Engagement in den SP-Sektionen gross, so Marti. «Es gibt viele Mitglieder, die Flyer verteilen und bei anderen Strassenaktionen helfen.» Neben Flyern und Postkarten verteilt die SP Äpfel – mit eingelasertem Wahlslogan.

«Wahlchancen intakt»

Sowohl Ammann als auch Bernasconi sind seit einigen Jahren im Grossen Rat. Beide haben als Gemeindepräsidenten – Ammann in Meiringen und Bernasconi in Malleray – Exekutiverfahrung gesammelt. Ihr Handicap ist aber, dass sie über ihre Region hinaus wenig bekannt sind. Dennoch ist Marti von den Wahlchancen der beiden überzeugt. Sie hätten die nötige Erfahrung, die es für dieses anspruchsvolle Amt braucht.

Für Bildung, gegen Armut

In der Vorstellungsrunde betonte der 46-jährige Ammann seine Verdienste als Gemeindepräsident. Bei Amtsantritt sei die Gemeinde vor der Zwangsverwaltung durch den Kanton gestanden. Er habe sie innerhalb von vier, fünf Jahren mittels Steuer- und Gebührenerhöhungen sowie rigoroser Einsparungen wieder fit gemacht. Bern beleben heisse für ihn aber nicht, dem Kanton Mittel und Personal zu entziehen.

Weiter ist dem Rektor des Gymnasiums Interlaken die Bildung wichtig. Aus Sicht eines Volkswirtschaftsdirektors seien Projekte wie der Ausbau des Fachhochschul-Campus Biel oder das Kompetenzzentrum für Translation und Unternehmertum in der Medizin zentral, sagte Ammann und verriet damit gleich seine Vorliebe für die Volkswirtschaftsdirektion.

Auch Roberto Bernasconi, Lehrer und Schulleiter in Valbirse, will sich für die Bildung einsetzen. Wie dem amtierenden Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud ist auch ihm die Bekämpfung der Armut ein Anliegen. Es brauche eine Serie von Massnahmen wie einen besseren Zugang zu Bildung und Weiterbildung, einen Ausbau der Kita-Plätze sowie ein Einkommen, das zum Leben ausreiche, so der 51-Jährige.

Er betonte zudem, sich als Vertreter des Berner Juras für die Zweisprachigkeit starkzumachen. «Sie ist kein Privileg, sondern ein Recht der frankofonen Minderheit im Kanton Bern.»

Berner Zeitung

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