SP-Präsident Roland Näf tritt zurück

Die SP des Kantons Bern muss eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten suchen: Roland Näf, Präsident seit September 2010, gibt im Herbst die Parteileitung ab.

Roland Näf gibt seinen Rücktritt als Präsident der SP Kanton Bern bekannt.

Roland Näf gibt seinen Rücktritt als Präsident der SP Kanton Bern bekannt.

(Bild: Keystone)

Näf bestätigte am Freitag auf Anfrage eine Meldung des Regionalfernsehsenders «TeleBärn». Am Samstag wird Näf den Rücktritt am Parteitag der bernischen SP in Thun offiziell verkünden.

Als Grund nennt Näf die Belastung nach vier Jahren Präsidium und sechs Jahren in der Parteileitung. Als Parteipräsident könne man sich mehr oder weniger engagieren - er habe sich stets stark engagiert, schon als Vizepräsident.

Näf wendete nach eigenen Angaben rund 30 Stunden pro Woche für die Parteileitung auf - neben einem 65-Prozent-Pensum als Co-Schulleiter und Lehrer an der Schule Seidenberg in Muri. So sei auf die Dauer das Milizamt eines Parteipräsidenten nicht zu führen.

Der 56-jährige will nun mehr Zeit für die Familie haben. Auch sei es nach vier Jahren Zeit für ein neues Gesicht und neue Ideen an der Spitze der SP des Kantons Bern. Weitere Ämter strebt Näf nicht an, im Grossen Rat will er aber bleiben.

Zwiespältige Bilanz

Der Noch-SP-Präsident zieht eine halb positive, halb negative Bilanz seiner Führungsarbeit bei den bernischen Sozialdemokraten. Einerseits trete die SP wieder geschlossener auf, sagt er. Anderseits habe die SP trotz des grossen Engagements bei den letzten Grossratswahlen zu wenig stark zulegen können.

Mit dem Resultat der Grossratswahlen vom März hat der Rücktritt ihm zufolge allerdings nichts zu tun. Er habe schon vor etwa einem Jahr beschlossen, das Präsidium 2014 abzugeben.

Die SP des Kantons Bern steigerte bei den Wahlen von Ende März zwar ihren Wähleranteil von 18,9 auf 19,1 Prozent - dies aber nach einem Taucher von 5,14 Prozentpunkten zwischen 2006 und 2010. Zudem sank die Sitzzahl der SP bei den Wahlen von 2014 trotz höherem Wähleranteil von 35 auf 33.

mas/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt