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Skywork-Gläubiger sollen sich melden

Nach der Pleite der Fluggesellschaft Skywork können Gläubiger jetzt ihre Forderungen einreichen. Auch Passagiere, die bei Skywork gebucht haben, können ihre Forderungen geltend machen.

Raphael Moser

Ehemalige Passagiere, Lieferanten und Angestellte von Skywork haben mit der gescheiterten Berner Airline noch Rechnungen offen. Fünf Monate nach dem Grounding können sie ihre Forderungen nun beim Konkursamt Bern-Mittelland in Ostermundigen anmelden. Die Gläubiger haben relativ wenig Zeit: Die Frist läuft am 28. Februar 2019 ab.

Wie aus dem im Schweizerischen Handelsamtsblatt und im Amtsblatt des Kantons Bern publizierten Schuldenruf hervorgeht, müssen die Gläubiger ihre Forderungen mit Belegen nachweisen. Sie müssen also Kopien von entsprechenden Verträgen, Bestellungen, Rechnungen oder Lieferscheinen einreichen.

Auch Passagiere können sich melden

Passagiere, deren Flüge wegen des Groundings nicht durchgeführt wurden, können ihre Forderungen auf einem speziellen Formular auf der Internetseite www.skywork-konkurs.ch eingeben.

Das Konkursamt betont allerdings, dass dies nur für Passagiere gilt, die mit Skywork direkt vertraglich verbunden sind; also ihr Ticket direkt bei der Airline oder über eine Internetplattform gebucht haben. Wer dagegen bei einem Reisebüro ein Ticket oder eine Pauschalreise gebucht hat, müsse Rückerstattungsansprüche beim jeweiligen Vertragspartner prüfen und geltend machen.

Gläubiger, die bereits Forderungen angemeldet haben, sollen diese mit dem entsprechenden Formular nochmals beim Konkursamt einreichen. Ausgenommen sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, welche ihre arbeitsrechtlichen Forderungen bereits an der Informationsveranstaltung in Belp vom 21. September 2018 angemeldet haben.

Das Konkursamt wird die Forderungen sammeln und auf ihre Berechtigung prüfen. Dann werden die Gläubiger für anerkannte Forderungen anteilsmässig Geld aus dem Nachlass erhalten. Privilegiert sind die Forderungen der Angestellten. Wie viele Mittel aus dem Nachlass von Skywork gewonnen werden können, ist noch unklar. Um Inventar zu Geld zu machen, versteigert Skywork auf der Internetplattform Ricardo weiterhin diverse Mobilien.

Summarisches Verfahren

Zur Abwicklung eines Konkurses gibt es zwei Verfahren: das ordentliche und das summarische. Wie das Berner Konkursamt mitteilte, wird der Skywork-Konkurs im summarischen Verfahren durchgeführt. Damit entfällt beispielsweise eine Gläubigerversammlung.

«Das summarische Verfahren ist rasch, effizient, kostengünstig und im Interesse der Gläubiger», sagt dazu der Leiter des Konkursamts Bern-Mittelland, Sandro Campigotto. «Ordentliche Konkursverfahren werden kaum noch durchgeführt».

Dividendenzahlung möglich

Auf Anfrage sagt Campigotto weiter, welchen Wert die Skywork-Konkursmasse letztlich darstellen werde, könne das Konkursamt derzeit noch nicht abschätzen. Es gehe aber davon aus, dass diese Werte die Kosten des Konkursverfahrens überstiegen. Damit könnte eine Dividende ausbezahlt werden. «Welche Höhe diese Dividende haben wird und ob für alle Klassen von Gläubigern eine Dividende herausschauen wird, ist offen».

Das Konkursamt Bern-Mittelland wickelt den Skywork-Konkurs ohne Personalaufstockung ab. Es nimmt dafür aber externe Unterstützung in Anspruch. Zu diesem externen Personal gehören ehemalige Skywork-Angestellte - unter ihnen der frühere Chef Martin Inäbnit. Sie bringen ihr Fachwissen ein.

Richtigerweise Flugzeuge ausgeflogen

Skywork stellte den Flugbetrieb Ende August des vergangenen Jahres ein. Die Gesellschaft musste wegen Überschuldung den zuständigen Konkursrichter benachrichtigen. Eine Woche nach dem Grounding wurde der Konkurs eröffnet. Das Berner Konkursamt teilte am 6. September mit, es habe Sicherungsmassnahmen sowie die Inventur der Konkursmasse eingeleitet. Damals bat das Konkursamt die Gläubiger, die Forderungen noch nicht anzumelden. Vom Grounding waren rund 11'000 Passagiere betroffen.

Skywork-Chef Inäbnit sagte Mitte September an einer Medienkonferenz in Belp, dass er geleaste Skywork-Flugzeuge sofort an die Besitzer zurückgegeben und ausgeflogen habe, sei im Interesse der Gläubiger gewesen. Auf diese Weise habe er Auslagen für Wartungen und Nebenkosten eingespart. Das sei Geld, das sonst aus der Konkursmasse geflossen wäre. Für Sandro Campigotto vom Konkursamt Bern-Mittelland war dieses Vorgehen richtig: «Damit wurden Kosten eingespart», sagte er am Dienstag.

SDA/jw

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