Sie stehen als Nachrutscher bereit

In der Berner Nationalratsdelegation könnte es noch den einen oder anderen Wechsel geben. Je nach Partei entscheiden die Wahlen für den Ständerat, den Berner Gemeinderat oder den Bundesrat über mögliche Rücktritte.

Sollte Werner Salzmann am 17. November zum Ständerat gewählt werden, würde Grossrat Lars Guggisberg für die SVP in den Nationalrat einziehen. (Archivbild)

Sollte Werner Salzmann am 17. November zum Ständerat gewählt werden, würde Grossrat Lars Guggisberg für die SVP in den Nationalrat einziehen. (Archivbild)

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Marius Aschwanden

Sie wurden am Sonntag zwar nicht gewählt, hoffen dürfen sie aber noch immer: die Politikerinnen und Politiker auf den ersten Ersatzplätzen für den Nationalrat. Gerade im Hinblick auf die noch offene Ständeratswahl im Kanton Bern, die kommenden Gemeinderatswahlen in der Stadt Bern oder auch eine mögliche Bundesratswahl könnte sich in der Berner Nationalratsdelegation noch das eine oder andere ändern.

Bei der SVP etwa sind die Chancen des Berner Parteipräsidenten Werner Salzmann im Rennen um einen Ständeratssitz noch intakt. Sollte er im zweiten Wahlgang gewählt werden, müsste er sein Nationalratsmandat abgeben. In diesem Fall könnte Grossrat Lars Guggisberg aus Kirchlindach nachrutschen. Er schaffte es schon 2015 auf den ersten Ersatzplatz. Am Sonntag überholte Guggisberg sogar den abgewählten Manfred Bühler, der den zweiten Ersatzplatz belegt.

Nachrutschen zum Dritten?

Bei der BDP ist die Ausgangslage ähnlich. Zwar schnitt die Berner Regierungsrätin Beatrice Simon mit Platz vier bei den Ständeratswahlen schlechter ab als erwartet. Sollte sie aber an ihrer Kandidatur festhalten und den Sprung ins Stöckli doch noch schaffen, würde sie den Nationalratssitz abgeben. Und auch wenn sie nicht gewählt wird, ist nicht sicher, dass sie das Nationalratsmandat überhaupt annimmt, wie sie am Sonntag entgegen früheren Aussagen ausführte.

In einem solchen Fall würde bei der BDP ein alter Bekannter zum Zuge kommen: Heinz Siegenthaler. Er verdankte seine Präsenz im Nationalrat bisher stets dem Nachrutsch-Mechanismus. 2014 kam er nach dem Rücktritt von Ursula Haller zum Zug, wurde 2015 aber nicht wiedergewählt. 2017 dann trat Urs Gasche zurück. Erneut rutschte Siegenthaler nach und verpasste am Sonntag die Wiederwahl. Immerhin schaffte er es vor der früheren «Telebärn»-Moderatorin Michelle Renaud (Fankhaus) erneut auf den ersten Ersatzplatz.

Auch die FDP hat derzeit mit Christa Markwalder noch eine Kandidatin im Rennen um einen Ständeratssitz. Sollte sie wider erwarten gewählt werden, würde Grossrätin Sandra Hess (Nidau) in den Nationalrat nachrutschen. Sie verdrängte Claudine Esseiva (Bern) von ihrem ersten Ersatzplatz aus den Wahlen 2015. Esseiva liegt neu nur noch an dritter Stelle.

Imboden in den Startlöchern

Bei den Grünen ist noch offen, ob Parteipräsidentin Regula Rytz im Nationalrat bleibt. Mit ihrem Glanzresultat im ersten Wahlgang für einen Berner Ständeratssitz sind ihre Chancen im Hinblick auf den zweiten Durchgang mehr als nur intakt. Zudem wird Rytz auch als mögliche Bundesratskandidatin gehandelt, sollten die Grünen tatsächlich Anspruch auf einen Sitz in der Landesregierung anmelden. In den Nationalrat nachrutschen würde dann die Co-Präsidentin der Berner Grünen, Natalie Imboden. War sie 2015 noch auf dem siebten Ersatzplatz, so rutschte sie nun auf den ersten vor.

Bei der SP spielt es hingegen keine Rolle, wie der zweite Wahlgang für den Ständerat rauskommt. Ihr Kandidat, der Bisherige Hans Stöckli (Biel), trat nicht für den Nationalrat an. Dafür ist bei den Genossen denkbar, dass im November 2020 Nadine Masshardt für Ursula Wyss in die Stadtberner Regierung gewählt werden könnte. Sollte das der Fall sein und sie sich dannzumal gegen ein Doppelmandat Gemeinderat/Nationalrat entscheidet, dann würde Andrea Zryd (Magglingen) in die grosse Kammer nachrutschen. Noch ist aber nicht einmal klar, ob sich Masshardt für die Berner Regierung interessiert oder nicht. 

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