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Schulsozialarbeiter soll sich an Schülern vergangen haben

Als Schulsozialarbeiter in der Region Bern holte er sich das Vertrauen der Jugendlichen. Jetzt sitzt der 43-Jährige wegen Missbrauch in U-Haft. Er soll sich an 20 Schülern vergangen haben.

Ein 43-Jähriger aus dem Berner Oberland hat sich über Jahre an 20 Kinder und Jugendliche vergangen. Der Mann war im pädagogischen Bereich tätig. (Symbolbild)
Ein 43-Jähriger aus dem Berner Oberland hat sich über Jahre an 20 Kinder und Jugendliche vergangen. Der Mann war im pädagogischen Bereich tätig. (Symbolbild)
Keystone

Die Berner Kantonspolizei meldete am Dienstag erneut einen grösseren Fall von sexuellem Missbrauch im Kanton Bern. Ein heute 43-jähriger Mann soll in den letzten fünfzehn Jahren sexuelle Übergriffe auf rund 20 Kinder und Jugendliche begangen haben.

Das SRF Regionaljournal Bern berichtet am Mittwochmorgen, dass es sich beim fraglichen Mann um einen Schulsozialarbeiter handelt, der auch mehrere Jahre in einer Berner Vorortgemeinde gearbeitet hat. Laut Regionaljournal wurde die Arbeit des Mannes dort sehr geschätzt. Offenbar sei die Schulgemeinde kurz nach dessen Anstellung mit Gerüchten wegen sexuellen Missbrauchs von ihm in einem anderen Kanton konfrontiert worden, sagte der zuständige Gemeinderat zum Regionaljournal. Diese Gerüchte liessen sich aber nicht erhärten.

Nicht klar sei auch, ob er noch an anderen Orten im Kanton Bern gearbeitet hat. Er soll zwischen 1996 und Anfang 2012 als Betreuer an Schulen Kontakte zu Kindern und Jugendlichen geknüpft haben. Diese führte er in der Freizeit weiter, worauf es laut der Mitteilung zu Übergriffen in den Wohnungen des Beschuldigten oder in gemieteten Alphütten kam. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.

Mutter meldete sich bei Polizei

Verhaftet wurde der Mann, nachdem sich im Januar 2012 eine Mutter bei der Kantonspolizei Bern gemeldet und erklärt hatte, ihre Kinder seien Opfer von sexuellen Übergriffen geworden. In der Folge nahm die Polizei umfangreiche Ermittlungen auf.

In einer ersten Einvernahme gestand der Mann sexuelle Handlungen mit vier Jugendlichen. In der Folge konnte die Polizei - teilweise auch nach Hinweisen des Mannes - weitere Opfer ausfindig machen. Die meisten von ihnen waren zum Zeitpunkt der ersten Kontakte zwischen zehn und elf Jahre alt.

Im Verlauf der Ermittlungen wurde die Berner Kantonspolizei durch eine ausländische Polizeibehörde auf pornografisches Material aufmerksam gemacht. Dieses war in einem Internetforum getauscht worden. Auf mehreren Bildserien konnten die Berner Ermittler eindeutig den Beschuldigten identifizieren.

Dadurch wurde es möglich, weitere acht Opfer ausfindig zu machen. Alle zwanzig mutmasslichen Opfer sind männlich. Die Berner Kantonspolizei orientierte am Dienstag, weil sie ihre Ermittlungen abgeschlossen hat. Das sagte Mediensprecher Michael Fichter auf Anfrage. Vorher wollte sie auch aus Rücksicht auf die Opfer nicht an die Öffentlichkeit gehen.

Schon vor einem Monat grösseren Fall gemeldet

Schon im Februar dieses Jahres ging die Staatsanwaltschaft des Berner Oberlands mit einem ähnlichen Fall an die Öffentlichkeit: Sie teilte mit, ein 47-jähriger Mann werde verdächtigt, insgesamt 44 mänliche Jugendliche sexuell genötigt und erpresst zu haben.

Der 47-jährige soll als vermeintliches Mädchen im Internet junge Männer und Jugendliche kontaktiert haben. So habe er diese dazu gebracht, vor einer Kamera sexuelle Handlungen vorzunehmen. Mit diesen Bildern als Druckmittel soll er dann die Jugendlichen und jungen Männer zu weiteren sexuellen Handlungen angestiftet haben.

In einigen Fällen kam es laut Polizei auch zu Treffen zwischen dem Mann und seinen ebenfalls männlichen Opfern. Der neuste Fall von mutmasslichem sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erinnert schliesslich auch an den Fall des Berner Sozialtherapeuten, der Anfang 2011 aufflog. Der über 50-jährige Berner wird verdächtigt, mehr als 100 Pflegebedürftige und Kinder - meist geistig oder körperlich behindert - missbraucht zu haben.

Einen Teil seiner Taten soll der Mann im Berner Oberland begangen haben. Bis zu einer Gerichtsverhandlung und einem allfälligen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

SDA/toc

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