Rot-Grün tritt mit allen Bisherigen zur Wahl an

Die bisherigen rot-grünen Mitglieder der Berner Kantonsregierung treten im kommenden Frühling allesamt zur Wiederwahl an.

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Im Kanton Bern werden höchstwahrscheinlich alle amtierenden Regierungsratsmitglieder 2014 zur Wiederwahl antreten. Am Dienstag gaben die vier Mitglieder der rot-grünen Regierungsmehrheit ihre Absichten bekannt. Ihre bürgerlichen Amtskollegen wollen ebenfalls antreten.

Doch auch ohne freie Sitze dürften die Wahlen Ende März 2014 spannend werden. Es geht um die Frage, ob Rot-Grün die mittlerweile acht Jahre andauernde Vormachtstellung in der Regierung behaupten kann oder ob die Bürgerlichen die Mehrheitsverhältnisse wieder zu ihren Gunsten kippen können.

In den vergangenen Jahren gelang dies den Bürgerlichen nicht, weil sie sich nie mehr zu einem gemeinsamen Vorgehen zusammenraufen konnten. Dieses Mal demonstrierten SVP, BDP und FDP von Anfang an Geschlossenheit.

Vertreter der SP und der Grünen betonten am Dienstag naturgemäss die Erfolge, die die rot-grüne Regierung in den vergangenen Jahren erzielte.

Hohe Lebensqualität

Der Kanton Bern verfüge über eine hohe Lebensqualität, sagte SP-Parteipräsident Roland Näf. Die rot-grüne Regierungsmehrheit habe in den vergangenen Jahren auch beweisen, dass sie zu den Kantonsfinanzen Sorge trage.

Die rot-grüne Regierungsmehrheit habe eine «vitalisierende Wirkung gehabt», so das Fazit von Grünen-Präsident Blaise Kropf. Der politische Diskurs sei belebt worden. Früher habe die SVP die politischen Lösungen diktiert, heute brauche es Konsens.

Gerade in schwierigen Zeiten brauche es zudem eine Regierung mit sozialem Augenmass, betonte Näf nicht zuletzt mit Blick auf die anstehenden Spardebatten.

Zukunftspotenzial nutzen

Für die SP steigen die amtierende Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger, Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher und Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud wieder ins Rennen. Die Grünen treten mit Erziehungsdirektor Bernhard Pulver erneut an, wie die vier am Dienstag vor den Medien in Bern bekannt gaben.

Egger betonte, in ihrer Direktion stünden zahlreiche wichtige Projekte an, die sie fortführen wolle, darunter etwa der Ausbau des Bahnhofs Bern, die Energiewende oder die Modernisierung von Infrastrukturen.

Andreas Rickenbacher tönte an, er habe sich die erneute Kandidatur sehr gut überlegen müssen, stelle sich ihm im Alter von 45 Jahren doch die Frage, wann der richtige Zeitpunkt sei für einen Wechsel zurück in die Wirtschaft. Doch der Kanton Bern habe grosses Zukunftspotenzial und dafür wolle er sich noch einmal voll einsetzen.

Bernhard Pulver verwies auf das bisher Erreichte. Insgesamt sei es gelungen, eine Beruhigung im Reformdschungel des Bildungswesens herbeizuführen.

Von den Regierungsmitgliedern bisher am stärksten unter Druck geraten ist Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud. Mit dem Spitalversorgungsgesetz lief Perrenoud bei den Bürgerlichen auf, noch bevor das Parlament überhaupt die Debatte aufgenommen hatte.

«Ich bin hier und ich bin hochmotiviert», sagte Perrenoud am Dienstag vor den Medien. Er habe zahlreiche Aufforderungen aus der Bevölkerung erhalten weiterzumachen. Es wäre nicht loyal, sich zurückzuziehen, wenn im Kanton schwierige politische Herausforderungen anstünden.

Bürgerliche wohl auch mit Bisherigen

Bei den Bürgerlichen werden aller Voraussicht nach ebenfalls die amtierenden Ratsmitglieder Hans-Jürg Käser (FDP), Beatrice Simon (BDP) und Christoph Neuhaus (SVP) ins Rennen steigen. Alle drei hatten bereits vor geraumer Zeit ihr Interesse an einer erneuten Kandidatur signalisiert.

Umkämpft sein wird bei den kommenden Wahlen insbesondere der garantierte Sitz des Berner Juras in der Kantonsregierung. Aktuell wird er von SP-Regierungsrat Philippe Perrenoud gehalten. Die Bürgerlichen werden voraussichtlich mit Grossrat Manfred Bühler (SVP) den Jura-Sitz attackieren.

js/sda

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