Reuige Berner Steuersünder legten 26 Milliarden Franken offen

4550 Steuersünder zeigten sich im vergangenen Jahr im Kanton Bern selbst an. Sie hatten 755 Millionen Franken nicht versteuert. In den letzten 17 Jahren wurden so 26 Milliarden Franken offengelegt.

Die Zahl der Selbstanzeigen von Berner Steuersündern stieg im letzten Jahr stark an.

Die Zahl der Selbstanzeigen von Berner Steuersündern stieg im letzten Jahr stark an.

(Bild: iStock)

Reuige Steuersünder haben in den vergangenen 17 Jahren im Kanton Bern im Rahmen von straflosen Selbstanzeigen rund 26 Milliarden Franken offengelegt. Die daraus resultierenden Kantons- und Gemeindesteuern betragen rund 20 Millionen Franken pro Jahr.

Eine deutliche Zunahme der straflosen Selbstanzeigen fand im Hinblick auf den automatischen Informationsaustausch mit dem Ausland statt. Letztes Jahr machten 4550 Steuerpflichtige von der nur einmal möglichen straflosen Selbstanzeige Gebrauch, fast viermal mehr als im Vorjahr. Gemeldet wurden Vermögenswerte von rund 755 Millionen Franken.

Die Entwicklung zeige, dass das Bankgeheimnis in der Vergangenheit unter anderem auch für steuerliche Zwecke missbraucht worden sei, schreibt der Regierungsrat in einer am Dienstag publizierten Antwort auf eine Interpellation aus den Reihen der SP. Drei sozialdemokratische Grossratsmitglieder verlangten von der Regierung Auskunft über steuerliche Entlastungen der vergangenen Jahre.

Aus der Auslegeordnung geht weiter hervor, dass seit der Totalrevision der bernischen Steuergesetzgebung im Jahr 2001 insgesamt rund 340 Millionen Franken an Entlastungen beschlossen wurden. Für die natürlichen Personen waren es 310 Millionen Franken, für die juristischen Personen rund 30 Millionen Franken.

Die beiden grössten Brocken bildeten die Senkung der Motorfahrzeugsteuer im Jahr 2013 sowie eine Entlastung der Einkommenssteuern für Familien und Mittelstand im Jahr 2012.

Die aus den Entlastungen seit 2001 resultierenden Mindereinnahmen bei den Steuern betragen beim Kanton 115 Millionen Franken bei der Motorfahrzeugsteuer und 169 Millionen bei den Einkommens- und Vermögenssteuern. Bei den Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen sind es 20 Millionen Franken, bei den Erbschafts- und Schenkungssteuern 11 Millionen Franken und bei der Handänderungssteuer 25 Millionen Franken.

Sogenannte dynamische Effekte, also Verhaltensänderungen aufgrund der steuerlichen Entlastungen, sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Als dynamische Effekte gelten etwa Zuzug oder vermehrte berufliche Tätigkeit.

flo/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt