Regierungsratswahlen: Das Dutzend ist voll

Neben den bisherigen Regierungsräten bewerben sich fünf Kandidierende für einen Sitz in der Berner Regierung. Maxime Zuber gehört nicht mehr dazu.

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Christoph Aebischer@cab1ane

Zwölf Personen bewerben sich um einen Sitz in der Berner Kantonsregierung. Am Montag lief die Meldefrist ab. Überraschungen enthielt die Mitteilung des Kantons keine. Es sind die sieben amtierenden Regierungsräte Barbara Egger (SP), Philippe Perrenoud (SP), Andreas Rickenbacher (SP), Bernhard Pulver (Grüne), Beatrice Simon (BDP), Hans-Jürg Käser (FDP) und Christoph Neuhaus (SVP). Herausforderer sind Manfred Bühler (SVP), Marc Jost (EVP), Barbara Mühlheim (GLP) sowie zwei wilde, parteilose Kandidaten, die bereits 2010 chancenlos antraten: Bruno Moser aus Biel und Josef Rothenfluh aus Lengnau.

Maxime Zuber verzichtet

Perrenoud und Bühler werden im Berner Jura also unter sich ausmachen, wer den Garantiesitz erringt. Es gibt keinen weiteren Herausforderer des Gesundheitsdirektors. Moutiers autonomistischer Bürgermeister und Grossrat Maxime Zuber verzichtet auf eine Kandidatur, nachdem er 2006 und 2010 angetreten war.

Für Rot-Grün, welches die Mehrheit zum zweiten Mal verteidigen will, ist diese Ausgangslage besser, wären sie doch sonst Gefahr gelaufen, dass sich linke Stimmen aufgeteilt hätten. SP-Parteipräsident Roland Näf betont, Zuber habe den Entscheid ohne jegliche Intervention seinerseits gefällt. «Die PSA ist auch nicht Mitglied bei der Kantonalpartei», stellt Näf klar. Er hätte darum auch gar keine Einflussmöglichkeit gehabt. Ob der Parti socialiste autonome (PSA) aber Perrenoud unterstützt, ist bis jetzt unklar. Zuber wartet immer noch auf ein direktes Gespräch zwischen PSA und der bernjurassischen SP (PSJB), um die Rahmenbedingungen zu klären. Bisher vergeblich, wie er auf Anfrage sagt. Näf wird aber nicht von sich aus aktiv. Das müsse die PSJB tun. Ursache für seine Zurückhaltung ist die Jura-Frage: «Zwischen einzelnen Mitgliedern der beiden Parteien gibt es nach wie vor Auseinandersetzungen.»

Folge der Jura-Abstimmung

Die Jura-Frage war auch für Zuber der entscheidende Grund für seine Entscheidung: «Nach dem deutlichen Resultat in der regionalen Abstimmung vom 24.November 2013 macht eine autonomistische Kandidatur keinen Sinn mehr», sagt Zuber. Über 70 Prozent der Bernjurassier gaben damals dem Projekt eines gemeinsamen Kantons Jura einen Korb. Zuber hebt hervor, er sei auch nie gegen Perrenoud angetreten, sondern stets als Ergänzung.

Näf beurteilt die Ausgangslage für die Regierungsratswahlen vom 30.März sehr positiv: «Wer sich bewährt hat, wird im Kanton Bern wiedergewählt.» Dass dies für das heutige Regierungsteam zutrifft, steht für ihn ausser Frage. Tatsächlich wurden im Kanton Bern in den vergangenen 50 Jahren erst zwei amtierende Regierungsmitglieder abgewählt. Leni Robert und Benjamin Hofstetter scheiterten aber, weil die Bürgerlichen wieder geschlossen und gestärkt antraten.

Berner Zeitung

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