Stapi: «Abbruch kommt nicht überraschend»

Der bernische Wirtschaftsdirektor Christoph Ammann will nicht von einem Wortbruch des SRG-Chefs sprechen. Etwas kritischer beurteilt Stadtpräsident Alec von Graffenried die Situation.

Nehmen die neuste Entwicklung bei der SRG mit Bedauern zur Kenntnis: Christoph Ammann und Alec von Graffenried. Foto: Archiv/Franziska Rothenbühler

Nehmen die neuste Entwicklung bei der SRG mit Bedauern zur Kenntnis: Christoph Ammann und Alec von Graffenried. Foto: Archiv/Franziska Rothenbühler

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Der Berner Regierungspräsident Christoph Ammann (SP) hat sich in der Entscheidphase über die Neustrukturierung der SRG für den Erhalt von möglichst vielen SRG-Stellen in der Stadt eingesetzt. Von einem Wortbruch von SRG-Direktor Gilles Marchand will er jedoch nicht sprechen: «In den Verhandlungen mit der SRG, die der Kanton zusammen mit der Hauptstadtregion Schweiz und der Stadt Bern geführt hat, war eine neue Recherche-Redaktion in einer früheren Phase ein Thema. In den letzten beiden Gesprächen war dies aber kein Diskussionspunkt mehr», sagt er auf Anfrage.

Ammann hofft jedoch, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. «So oder so: Bern als Hauptstadtregion hat die Mehrsprachigkeit quasi in der DNA und wäre deshalb für eine neue mehrsprachige Recherche-Redaktion der geeignete Standort. Ich hoffe, dass die SRG einen Weg für die Finanzierung findet.»

Blick nach vorne richten

Einen etwas kritischeren Ton schlägt der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) an: «Der Abbruch war leider absehbar und kommt nicht überraschend. Nachdem im Parlament die Vorstösse gegen den Abbau des Radiostudios in Bern gescheitert sind, steht SRF nicht mehr unter Druck», sagt er. Er betont, dass die viersprachige Redaktion ein Projekt gewesen wäre, das gut zu Bern als Hauptstadt gepasst und den Medienplatz Bern gestärkt hätte.

Und mit Blick auf die Zukunft sagt er: «Für den Gemeinderat der Stadt Bern ist es jetzt wichtig, dass zumindest die Magazine wie ‹Echo der Zeit› und ‹Rendez-vous am Mittag› weiterhin in Bern produziert werden.»

Zudem gelte es sicherzustellen, dass sich deren Redaktionen gut mit den neu ins Berner Studiogebäude einziehenden Dienststellen von Swissinfo ergänzen und entwickeln. Das Ziel sei es, dass weiterhin audiovisuelle politische Informationen in Bern aufbereitet und verarbeitet werden. «Dafür werden wir uns weiterhin einsetzen», schliesst der Stadtpräsident.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt