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Sturmtief Petra: ein Verletzter im Oberland, Baumsturz im Dählhölzli

In der Nacht auf Dienstag stürmte es im Kanton Bern heftig. Bäume knickten um, bei den Windgeschwindigkeiten wurden mehrere Rekordwerte gemessen.

ngg/chk/sda/pd
Aufräumarbeiten nach dem Sturmtief: In Hindelbank beseitigen die beiden landwirtschaftlichen Lohnarbeiter Marc und Beat Witschi einen umgestürzten Baum. <i>Video: Keystone-sda</i>

Das Sturmtief Petra fegte in der Nacht auf Dienstag über die Schweiz. Betroffen war auch der Kanton Bern. Die höchsten Böenspitzen wurden auf dem Bantiger sowie auch auf dem Napf verzeichnet mit 171 km/h – auf dem Napf ist das Allzeit-Rekord für diese Station seit Messbeginn 1981, schreibt Meteonews.

Der Wert löst den bisherigen Rekordwert von 169 km/h ab, der während des Orkans Vivian am 27. Februar 1990 aufgestellt wurde. Und: Die Böe um 2.20 Uhr war so stark, dass das Messgerät zerstört wurde.

In Thun wurden gemäss Meteocentrale Orkanböen von bis zu 130 km/h gemessen.

In Steffisburg halfen am Dienstag Mitarbeiter der Polizei bei der Bergung eines Blech-Dachs aus der Aare: Das rund zwei Tonnen schwere Ungetüm wurde bei einer nahe gelegenen Firma weggerissen und in den Fluss geweht. Gemäss einem Sprecher hatte die Polizei bis am Dienstagabend keine Kenntsnis, dass beim Vorfall jemand verletzt worden wäre.

Die Kantonspolizei Bern meldete am Dienstagvormittag auf Twitter, dass sie seit 1 Uhr rund 110 Meldungen zum Sturm erhalten habe. Verschiedenenorts stürzten Bäume und Äste auf Strassen. Etwa 60 Meldungen kamen aus dem Mittelland, dem Emmental und dem Oberaargau.

Die Einsatzkräfte von Schutz und Rettung Bern entfernen in der Nacht auf Dienstag einen Baum von der Strasse.
Die Einsatzkräfte von Schutz und Rettung Bern entfernen in der Nacht auf Dienstag einen Baum von der Strasse.
Twitter/@schutzrettungbe
Ein entwurzelter Baum stürzt auf den Zaun.
Ein entwurzelter Baum stürzt auf den Zaun.
Twitter/@bernd_schildger
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Im Berner Oberland forderte Petra einen leicht Verletzten. Ein Autolenker fuhr mit seinem Wagen ausserhalb von Wilderswil in einen umgestürzten Baum. Der Vorfall ereignete sich im Gebiet Chappelistutz auf der Strecke zwischen Wilderswil und Zweilütschinen, wie Ramona Mock, Sprecherin der Berner Kantonspolizei, am Dienstag auf Anfrage sagte. Der Fahrer sei nicht allzu schwer verletzt, führte die Sprecherin aus. Er sei zur Kontrolle ins Spital gebracht worden.

Waldbesuche sein lassen

Im Tierpark Dählhölzli hinterliess Petra markante Spuren: Ein entwurzelter Baum stürzte auf den Zaun des Wisent-Geheges, wie Direktor Bernd Schildger twitterte. Und auch auf dem Veloweg im Bremgartenwald sind umgestürzte Bäume, wie die Burgergemeinde mitteilt. «Der Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern rät dringendst von Waldbesuchen ab», steht weiter in der Mitteilung. Der Sturm habe Bäume umgeworfen oder destabilisiert.

Auch mehrere Tage nach dem Sturm könnten Bäume ohne Vorzeichen umstürzen, warnt die Burgergemeinde. Ihr gehören in und um die Stadt Bern rund 3600 Hektar Wald, darunter der Bremgartenwald, der Könizbergwald oder die Wälder im Gebiet Steinhölzli, Dählhölzli und Egghölzli. Auch im Berner Oberland besitzt die Burgergemeinde Wald.

Der Forstbetrieb habe seine Arbeiten auf «Sturmmodus» geschaltet. Prioritär gehe es um die Beseitigung der Schäden am Wisentgehege im Dählhölzli und auf dem Veloweg im Bremgartenwald.

In einem weiteren Schritt werden die Sturmschäden in den Erholungswäldern und den übrigen Wäldern der Burgergemeinde Bern erhoben. Anschliessend starte die Aufarbeitung aller Schadenplätze. Zum Ausmass der Schäden konnte die Burgergemeinde noch keine Angaben machen.

In der Lorraine stürzte ein Baum auf die Strasse

Auf dem Gebiet der Stadt Bern gab es bis zum Morgen acht Einsätze, wie ein Sprecher von Schutz und Rettung Bern erklärte. So stürzte im Lorrainequartier ein Baum auf die Strasse und traf auch ein Auto. Verletzte gab es nicht.

Der umgestürzte Baum in der Lorraine. Foto: Leserreporter Andres Egger (Aufnahme nach den Aufräumarbeiten)
Der umgestürzte Baum in der Lorraine. Foto: Leserreporter Andres Egger (Aufnahme nach den Aufräumarbeiten)

Der Verkehr wurde da und dort beeinträchtigt. So war die Kantonsstrasse Burgdorf-Fraubrunnen auf dem Teilstück zwischen Lyssach und Kernenried am Dienstagmorgen wegen Sturmschäden gesperrt.

Die Luftseilbahn der Schilthornbahnen stand zwischen Birg und Schilthorn still. Der Grund dafür waren «starke Winde».

Die heftigen Sturmwinde haben an verschiedenen Orten auch zu Stromausfällen geführt. Zu den Ausfällen kam es in der Nacht auf Dienstag ab 2.45 Uhr, als die stärksten Böen über den Kanton fegten. Von den Störungen im Stromnetz waren insgesamt rund 12'000 BKW-Kunden betroffen. Netzspezialisten des Energiekonzerns waren die ganze Nacht im Einsatz, um die Störungen zu beheben.

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