Perrenoud-Nachfolge: Die SP übt sich in Zuversicht

Philippe Perrenouds Rücktritt setzt die SP unter Druck – nun muss sie bei der Ersatzwahl nächsten Februar gleich zwei Vakanzen verteidigen. Dass sie den Jura-Sitz halten kann, ist allerdings unwahrscheinlich.

«Wir haben genügend valable Kandidatinnen und Kandidaten»: SP-Präsidentin Ursula Marti ist zuversichtlich, dass die SP beide Sitze verteidigen kann.

Am 28. Februar dürfte es spannend werden: Die SP will dann nicht nur den Sitz von Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher, sondern auch jenen von Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud verteidigen. Beide treten per Ende Juni 2016 zurück.

Bei den nächsten kantonalen Wahlen 2018 wird zudem der dritte SP-Sitz frei: Baudirektorin Barbara Egger kann aufgrund der parteiinternen Amtszeitbeschränkung nicht erneut antreten. Anders als Rickenbacher und Perrenoud will sie jedoch nach eigener Aussage nicht vorzeitig zurücktreten. Deshalb dürfte sich das Kandidatenkarussell der SP derzeit wie wild drehen. Dies vorerst nur hinter den Kulissen – wegen der nationalen Wahlen im Oktober.

Wenig Personal im Berner Jura

SP-Präsidentin Ursula Marti ist zuversichtlich, dass die SP beide Sitze verteidigen kann. «Wir haben genügend valable Kandidatinnen und Kandidaten.» Sie nennt keine Namen und lässt offen, mit wie vielen Personen in welchen Allianzen die SP antreten wird. Überhaupt gelte es, das Resultat der nationalen Wahlen abzuwarten. Im deutschsprachigen Kantonsteil ist die Kandidatendichte der SP in der Tat hoch. Hier werden derzeit vor allem die SP-Nationalräte Evi Allemann und Matthias Aebischer als potenzielle Anwärter auf einen Regierungssitz genannt.

Im Berner Jura hingegen, wo die SP Perrenouds Sitz verteidigen muss, sind die Kandidaten dünn gesät. Eigentlich gibt es nur einen: SP-Grossrat Roberto Bernasconi aus Malleray. Zumindest kommt den meisten der befragten SP-Grossräte auf Anhieb nur er in den Sinn. Bernasconi schliesst eine Kandidatur zwar nicht aus, will aber nicht konkreter werden. «Ich konzentriere mich auf die nationalen Wahlen, danach sehen wir weiter.»

SP-Grossrat Roland Näf bringt mit Christophe Gagnebin, von 1998 bis 2008 Grossrat, aus Tramelan einen weiteren Namen ins Spiel. Wie Bernasconi kandidiert auch Gagnebin für den Nationalrat. «Wir haben im Berner Jura gute Kandidaten», sagt Näf. Auch wenn diese im Restkanton wenig bekannt seien.

Arrogante SVP nützt SP

Für einen Regierungssitz sind allerdings Stimmen aus dem ganzen Kanton nötig. Diese holte SVP-Grossrat Manfred Bühler (Cortébert) bei den Wahlen 2014. Dass Perrenoud die Wiederwahl dennoch schaffte, liegt einzig daran, wie der Kanton den garantierten Jura-Sitz berechnet. Die Chancen stehen gut, dass Bühler diesmal das Rennen macht – falls sich die bürgerlichen Parteien auf ihn einigen.

Dass die SVP Anspruch auf den zweiten Sitz erhebt, kann sich Roland Näf nicht vorstellen. «Das würden die anderen bürgerlichen Parteien sowie die Wähler als arrogant empfinden – und dies würde wiederum der SP nützen.»

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