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Nigerianischer Tourist oder Betrüger?

Überreaktion der Berner Behörden oder Betrug im grossen Stil? Ein Nigerianer gerät bei Kurzferien in der Schweiz in eine Polizeikontrolle und kommt in Ausschaffungshaft. Wieder daheim, klagt er auf 107'000 Franken Schadenersatz und Genugtuung. Letztere hat ihm das Verwaltungsgericht nun zugesprochen – obwohl es seltsame Widersprüche gibt.

Biel, am 19.Mai 2008: Der Nigerianer C.* ist mit einem Begleiter, der einen britischen Pass hat, unterwegs. Zwei Tage vorher sind die beiden von London her kommend in Zürich gelandet. Sie wollen ein verlängertes Wochenende in der Schweiz verbringen. So werden sie jedenfalls später bei der Polizei aussagen und ihre Angaben mit dem Boardingpass belegen. C. wird den Beamten auch seine Reservation für den Rückflug Zürich–London für ebendiesen Tag, den 19.Mai, zeigen. Doch es kommt nicht zum Rückflug. Der Nigerianer C. und sein Begleiter werden an jenem Tag in Biel von der Kantonspolizei angehalten. Zur Überprüfung der Personalien müssen die beiden auf die Polizeiwache.

Der Begleiter von C. wird sofort wieder entlassen. Bei C. selber stolpert die Polizei aber über dessen Pass. Die Beamten gehen davon aus, dass er gefälscht ist, und übergeben ihn dem Kriminaltechnischen Dienst (KTD). Dieser stellt beim Stempel tatsächlich «anormale Eigenschaften» fest. Der Abdruck etwa sei asymmetrisch. Der KTD geht davon aus, dass es sich um einen laienhaft gefertigten Stempel handeln könnte, der international bereits als Fälschung bekannt ist. Die Identität von C. gilt deshalb nicht als gesichert.

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