Neuer Lastenausgleich bei Familienausgleichskassen

Der Grosse Rat stimmte dem umstrittenen Lastenausgleich zwischen den 50 Familienausgleichskassen zu. Die unheilige Allianz von Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern konnte keine Mehrheit hinter sich scharen.

Nun auch im Kanton Bern: Ein Lastenausgleich zwischen Familienausgleichskassen ist heute bereits in 16 Kantonen in Kraft (Symbolbild/iStock)

Nun auch im Kanton Bern: Ein Lastenausgleich zwischen Familienausgleichskassen ist heute bereits in 16 Kantonen in Kraft (Symbolbild/iStock)

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Im Kanton Bern wird künftig eine Solidarität spielen zwischen den zahlreichen Familienausgleichskassen. Kassen mit vielen guten Risiken – darunter sind gut verdienende Arbeitnehmer ohne Kinder zu verstehen – werden Kassen mit schlechteren Risiken oder durchschnittlich verdienenden Mitgliedern mit Kindern über einen Lastenausgleich entschädigen.

Plakativer gesagt: Die Ausgleichskasse der Ärzte wird in Zukunft mithelfen, die Kasse der Gastronomen zu entlasten. Einen solchen Lastenausgleich kennen bereits 16 Kantone.

Im Grossen Rat war die entsprechende Revision des Gesetzes über die Familienzulagen ­umstritten. Grund dafür waren ­finanzielle Partikularinteressen. Von links bis rechts stellten sich Vertreter einzelner Familienausgleichskassen gegen den Lastenausgleich.

Dies, weil ihre eigene Kasse nach neuem Gesetz von ihren Mitgliedern höhere Beiträge verlangen muss. So kam es zu einer unheiligen Allianz von Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern. Diese fand jedoch im Kantonsparlament keine Mehrheit. Mit 79 Ja- zu 50 Nein-Stimmen wurde der Lastenausgleich angenommen.

Die neue Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektorin Evi Allemann (SP) konnte damit gleich zu Beginn ihrer Amtszeit einen ersten Erfolg verbuchen. Wobei das Geschäft noch unter ihrem Vorgänger Christoph Neuhaus (SVP) vorbereitet worden war.

Kanton spart 4,7 Millionen

Das Geschäft war Teil des kantonalen Entlastungspakets 2018, das der Grosse Rat Ende 2017 verabschiedete. Durch den Lastenausgleich wird der Kanton künftig rund 4,7 Millionen Franken pro Jahr einsparen.

Bei dem Geld handelt es sich um tiefere Bei­träge, die der Kanton als Arbeitgeber der Familienausgleichskasse Kanton Bern überweisen wird. Die Beiträge sinken, weil die Kasse dank dem Ausgleich ihren Beitragssatz wird senken können. Reichere Kassen werden ihre Beiträge erhöhen müssen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.06.2018, 15:05 Uhr

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