Neue Organisation und neuer Name für die Anstalten Thorberg

«Tiefgreifende Reorganisation» für die Strafanstalt Thorberg: Nach bewegter Vergangenheit soll sich die neue Geschäftsleitung mit Führungsaufgaben beschäftigen.

In der Strafanstalt Thorberg gibt es neben dem Direktor neu auch eine Geschäftsleitung mit drei Bereichsleitern.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

In der Strafanstalt Thorberg gibt es neben dem Direktor neu auch eine Geschäftsleitung mit drei Bereichsleitern.

(Bild: Keystone)

Die Anstalten Thorberg oberhalb von Krauchthal führt seit (dem heutigen) Freitag eine Geschäftsleitung, nicht mehr ein Direktor allein. Auch ist der Sicherheitsdienst gestärkt worden und die Anstalten tragen einen neuen Namen.

Die Institution heisst neu «Justizvollzugsanstalt Thorberg», wie die bernische Polizei- und Militärdirektion (POM) am Freitag mitteilte. Der Namenswechsel soll zum Ausdruck bringen, dass «eine tiefgreifende Reorganisation» stattgefunden hat, wie die POM schreibt.

Mit der Einführung einer Geschäftsleitung sollen sich der Direktor der Vollzugsanstalt und die drei Bereichsleiter nicht mehr mit Alltagsaufgaben beschäftigen, sondern sie sollen sich in erster Linie den verschiedenen Führungsaufgaben widmen. Diese vier Personen bilden die Geschäftsleitung.

Im Sicherheitsdienst sind die Aufgaben entflochten und ist ein neues Schichtmodell eingeführt worden. Auch wurden technische Verbesserungen eingeführt und die Präsenz in den Nachtstunden ist ab sofort grösser.

Brägger-Empfehlungen umgesetzt

Der Thorberg hat recht turbulente Zeiten hinter sich. Der Kanton Bern kündigte im August 2014 dem Direktor Georges Caccivio, weil unter anderem bekannt geworden war, dass er den Bieler Drogenstrich besucht hatte. Das habe Caccivio erpressbar gemacht, fand ein Experte, der die Affäre untersuchte.

Vorwürfe richteten sich danach aber auch an Caccivios direkte und politische Vorgesetzte beim Kanton Bern. Strafvollzugsexperte Benjamin Brägger wurde deshalb beauftragt, den Thorberg unter die Lupe zu nehmen, und empfahl verschiedene Änderungen.

Dazu gehörten eben Änderungen in der Führungsstruktur und bei der Sicherheit. In der Folge leitete der Kanton Bern eine Betriebs- und Umfeldanalyse ein, die am Freitag, dem 1. Juli in Kraft trat. Sie ist mit unverändertem Personalbestand umgesetzt worden.

Neue Langzeitabteilung

Neu verfügt der Thorberg zudem ab September über eine Langzeitabteilung mit total zwölf Plätzen. Dies, um der schweizweit zunehmenden Nachfrage nach Plätzen für Eingewiesene mit langjährigen Haftstrafen oder Verwahrung besser gerecht zu werden.

In dieser Abteilung werden die Insassen im Vergleich zur Normalhaft von einem erweiterten Freizeitangebot und grösseren gemeinschaftlichen Aufenthaltsräumen profitieren.

Damit wird auf dem Thorberg bereits den Empfehlungen des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte betreffend die Haftbedingungen für verwahrte Insassen nachgekommen.

Die neue Abteilung wird die bisherige milieutherapeutische Abteilung ersetzen, in der Insassen mit psychischen Störungen stationär behandelt wurden.

sda

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