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Nach Knecht-Abwahl: Katzenjammer bei den Bürgerlichen

Kaum jemand hatte ein so deutliches Resultat bei der Gemeindepräsidenten-Wahl in Wohlen erwartet. Umso grösser ist die Freude bei den Siegern und der Frust bei den Verlierern.

Hans Ulrich Schaad
Strahlender Sieger: Bänz Müller (SP plus) wurde am 8. Dezember 2013 zum neuen Gemeindepräsidenten von Wohlen gewählt.
Strahlender Sieger: Bänz Müller (SP plus) wurde am 8. Dezember 2013 zum neuen Gemeindepräsidenten von Wohlen gewählt.
Bänz Müller wurde mit über 400 Stimmen Vorsprung gewählt...
Bänz Müller wurde mit über 400 Stimmen Vorsprung gewählt...
...und erhält zahlreiche Gratulationen.
...und erhält zahlreiche Gratulationen.
Bänz Müller (Mitte) nimmt die Gratulationen des noch amtierenden Gemeindepräsidenten Eduard Knecht entgegen.
Bänz Müller (Mitte) nimmt die Gratulationen des noch amtierenden Gemeindepräsidenten Eduard Knecht entgegen.
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FDP-Präsident Christian Lauterburg ist enttäuscht über das Resultat. Mit Eduard Knecht verliere Wohlen einen profilierten Gemeindepräsidenten, der sich nicht gescheut habe, heisse Themen anzupacken und auch dafür einzustehen, so Lauterburg. «Nicht der Leistungsausweis hat entschieden, sondern die Beliebtheit des Gegenkandidaten.» Die FDP werde konstruktiv weiterarbeiten, dem neuen Präsidenten aber genau auf die Finger schauen.

Gar als «Katastrophe» bezeichnet Karl Gorsatt das Ergebnis und dessen Deutlichkeit. Der SVP-Präsident befürchtet, dass mit einem Präsidenten der SPplus die Ausgaben ansteigen werden. Für Knechts Niederlage macht er die BDP und explizit Anita Herrmann verantwortlich. Denen traut er nicht mehr über den Weg. Gorsatt will die persönlichen Konsequenzen ziehen und das Amt in der Geschäfts- und Ergebnisprüfungskommission nicht antreten. Er überlegt sich sogar einen Wegzug aus der Gemeinde.

Das Verdikt sei so klar, dass nicht die BDP den Ausschlag gegeben habe, sagt Vizepräsident Alfred Marthaler. Ein Unbehagen gegenüber Knecht sei aber da gewesen, weshalb die BDP Anita Herrmann als bürgerliche Alternative aufgestellt habe. Und dieses Unbehagen habe wohl nun durchgedrückt.

Champagnerlaune herrschte dafür bei den grossen Gewinnern.SP-plus-Präsident Martin Lachat hatte eine Champagnerflasche mitgebracht, obwohl er sich gar nicht sicher war. Die Eroberung des Gemeindepräsidiums tröstet die SPplus etwas darüber hinweg, dass sie vor zwei Wochen einen Sitz im Gemeinderat verloren hatte. Lachat ist überzeugt, dass Bänz Müller das Amt besser ausüben werde als Eduard Knecht. Die Partei warf dem Gemeindepräsidenten mangelnde Kommunikationsfähigkeit vor. «Jetzt wird die Bevölkerung bei den Entscheidungen wieder mit einbezogen», ist Thomas Gerber (Grüne) überzeugt.

Die Juso hatte in den letzten Tagen über die sozialen Medien noch für Müller mobilisiert. «Offensichtlich hat das funktioniert», sagt Juso-Präsidentin Nora Haldemann.

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