Zum Hauptinhalt springen

Nach Exodus bei bernischem Amt für Kultur tritt die Chefin ab

Nach einer Reihe von Abgängen haben nun auch die Chefin des Amts und die Leiterin der Abteilung Kulturförderung deutsch gekündigt. Erziehungsdirektor Bernhard Pulver bedauert den «grossen Know-how- Verlust» im Amt.

Anita Bernhard tritt nach zwei Jahren als Leiterin des Amts für Kultur ab.
Anita Bernhard tritt nach zwei Jahren als Leiterin des Amts für Kultur ab.
Peter Wenger

Er sei sich bewusst, dass dies Probleme mit sich bringen werde, sagte Pulver am Donnerstag der Nachrichtenagentur sda. Nun gehe es zunächst darum, die Übergangsphase zu organisieren und die Kaderstellen neu auszuschreiben. Eine Reorganisation des Amts plane er hingegen nicht.

Amtschefin Anita Bernhard wird Mitte Februar 2013 abtreten, wie die kantonale Erziehungsdirektion am Donnerstag mitteilte. Abteilungsleiterin Barbara den Brok hat bereits auf Januar gekündigt.

Gemäss der Formulierung im Communiqué will sich Bernhard «nach vierjähriger Tätigkeit neu orientieren». Den Brok habe unabhängig von ihr ebenfalls gekündigt.

Seit den Broks Amtsantritt 2010 haben neun von zehn Mitarbeitern den Bereich Kulturförderung verlassen. Gemäss Zeitungsberichten sorgte vor allem der Führungsstil für Unmut.

Amtschefin Bernhard hatte den Brok stets verteidigt. Doch zuletzt hatten sich sogar die kantonalen Kulturkommissionen öffentlich besorgt über die Probleme im Amt gezeigt.

Gegen «Sündenbock-Denken»

Erziehungsdirektor Pulver räumte am Donnerstag auf Anfrage ein, dass es beim Amt für Kultur viel Unruhe gebe. Die Problematik auf den Führungsstil einer Abteilungsleiterin zu reduzieren, entspreche aber einem «Sündenbock-Denken», das zu kurz greife. Die Wahrheit sei komplexer.

So sei zu bedenken, dass es den Broks Auftrag gewesen sei, Abläufe der Abteilung zu überprüfen, Prozesse zu verbessern und Fristen zu verkürzen. Das habe sie auch getan. Es liege in der Natur der Sache, dass Aufträge dieser Art auch Spannungen in einem Team auslösen könnten.

Für den Brok und auch Bernhard gelte, dass sie «unter schwierigen Rahmenbedingungen seit längerem anstehende Themen und Problemstellungen angepackt und aufgearbeitet» hätten, heisst es im Communiqué. Das habe die beiden Kaderfrauen viel Kraft gekostet.

Zu Bernhard heisst es weiter, sie habe die Abläufe und Strukturen des Amts weiterentwickelt und dafür gesorgt, dass die Kulturförderung und -pflege im Kanton Bern gute Rahmenbedingungen erhielten. Dies habe sie namentlich über das Kulturförderungsgesetz erreicht, das im Juni vom Grossen Rat verabschiedet wurde.

Pulver sucht mehr Nähe zu Kulturverantwortlichen

Die Spannungen im Amt für Kultur beschäftigen Regierungsrat Pulver seit längerem. Die Debatte der letzten zwölf Monate hätten auch ihr Gutes, gab er auf Anfrage zu verstehen: Ihm sei bewusst geworden, dass er sich als Kulturdirektor viel stärker in die öffentlichen Diskussionen einmischen und aktuelle Fragen direkt mit Kulturverantwortlichen erörtern wolle.

Trete er als Kulturdirektor auf, geschehe dies heute meist im Rahmen von Preisverleihungen und ähnlichen Festakten. Gelegenheit für den regen Austausch und für politische Absichtserklärungen habe er wenig. Das wolle er ändern, doch dafür müssten zuerst geeignete Strukturen geschaffen werden.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch