Mit der Berufsmatur zum Lehrerberuf

Wer im Kanton Bern eine Berufsmaturität erlangt hat, soll ­direkt mit dem Studium zum Primarlehrer anfangen können. Dafür macht sich die ­Kantonsregierung auf ­nationaler Ebene stark.

Die Aufnahme an der Pädagogischen Hochschule Bern soll für Berufsmaturanden vereinfacht werden.

Die Aufnahme an der Pädagogischen Hochschule Bern soll für Berufsmaturanden vereinfacht werden. Bild: zvg

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Ein Handwerker mit Berufs­maturität kann heute an einer pädagogischen Hochschule erst ein Studium als Primarlehrer beginnen, wenn er eine Aufnahmeprüfung bestanden hat. Diese Hürde will die grossrätliche Bildungskommission (BIK) aus dem Weg räumen und hatte bei der Kantonsregierung einen entsprechenden Vorstoss eingereicht.

Diese Motion lehnt der Regierungsrat zwar ab, er macht sich aber auf nationaler Ebene für eine vereinfachte Zulassung stark. Dies geht aus seiner gestern veröffentlichten Antwort hervor. Der Kanton könne die Zulassungsbedingungen nicht frei festlegen, sondern müsse sich ans Bundesrecht halten, betont die Regierung. Der Erziehungsdirektor setze sich aber bei der Schweizerischen Hochschulkonferenz für die Vereinfachung ein.

Mehr Männer

«Personen mit Berufsmaturität bringen bedeutende Kompetenzen in das Schulwesen ein», hält die Kommission in ihrer Motion fest. Die BIK verspricht sich dank der vereinfachten Zulassung für Personen mit Berufsmaturität nicht zuletzt einen höheren Männeranteil in der Vorschul- und Primarstufe. Zwischen 2010 und 2015 stieg an der Pädagogischen Hochschule Bern (PH) der Anteil der Studierenden mit einer Berufsmatura in diesen Studiengängen sowie bei der Sekundarstufe I von 9 auf 15 Prozent.

«Personen mit Berufsmaturität bringen bedeutende Kompetenzen in das Schulwesen ein.»Aus dem Vorstoss

Durch den Wegfall von Zulassungsprüfungen wäre mit einer weiteren Erhöhung zu rechnen. Die Kommission nimmt zudem an, dass sich mehr Männer für das Studium interessieren würden: Der Männeranteil liegt schon heute an der PH Bern bei den Studierenden mit Vorbildung Berufsmaturität klar höher, als er es bei den Studierenden mit gymnasialer Maturität ist.

Dieses Jahr könnten sich die Kantone zum Zulassungsreglement äussern, schreibt der Regierungsrat. Sollte Bern mit seinem Anliegen auf Vereinfachung nicht durchdringen, werde man sich weiterhin an die nationalen Vorgaben halten müssen. Der Kanton Bern könne es sich nicht leisten, Studiengänge anzubieten, die nicht gesamtschweizerisch anerkannt wären. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.02.2018, 08:45 Uhr

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