Listenverbindungen vor allem in der Mitte und bei Rot-Grün

Für die Nationalratswahlen vom 18. Oktober 2015 sind im Kanton Bern 26 Listen mit 567 Kandidatinnen und Kandidaten eingereicht worden.

Am 18. Oktober 2015 finden Nationalratswahlen statt.

Am 18. Oktober 2015 finden Nationalratswahlen statt.

(Bild: Fotolia)

Die bürgerlichen Parteien gehen im Kanton Bern für die eidgenössischen Wahlen im Herbst keine grossen Listenverbindungen ein. Volkspartei und Freisinn gehen je eigene Wege und die BDP orientiert sich hin zur Mitte.

Schon Mitte Mai war klar, dass BDP, CVP, EVP und glp Listenverbindungen für die Nationalratswahlen eingehen wollen. Damit wollen die Parteien verhindern, dass Reststimmen verloren gehen.

Vorab die BDP dürfte nach ihrer Schlappe bei den kantonalen Wahlen im Frühjahr 2014 um jede Stimme besorgt sein. Wäre die BDP bei den Grossratswahlen Listenverbindungen eingegangen, wären die Verluste nicht so herb ausgefallen, wie Parteipräsident Heinz Siegenthaler im Mai ausgeführt hatte.

25 Sitze für den Kanton Bern

Doch nicht nur die BDP versucht Stimmen zusammenzukratzen, wo es geht. Auch die anderen Parteien stehen unter einem gewissen Druck, da bei den Nationalratswahlen im Herbst ein Sitz weniger zu vergeben ist als bisher. Aufgrund der Bevölkerungszahlen stehen dem Kanton Bern nur noch 25 Sitze in der Grossen Kammer zu.

Auch die Freisinnigen liessen bereits im Frühsommer verlauten, bei ihnen stünden die Zeichen auf Alleingang. Als kleinerer Partner der SVP könne die FDP nur verlieren.

Auf nationaler Ebene hatte FDP-Präsident Philipp Müller flächendeckende Listenverbindungen mit der SVP ausgeschlossen. Den Kantonalparteien liess er einen Entscheid aber offen.

Die SVP geht nun eine Listenverbindung mit der Jungen SVP und mit dem Alpenparlament ein, wie aus einer Mitteilung der Staatskanzlei vom Montag hervorgeht. Die FDP geht mit dem Jungfreisinn eine Listenverbindung ein und die EDU verbindet ihre beiden Listen mit jener der Schweizer Demokraten.

Auf rot-grüner Seite verbindet die SP ihre Frauen- und Männerliste mit der Juso, den Grünen, den Jungen Grünen, den Frankophonen und der Partei der Arbeit und Kommunistische Jugend.

Während das Rot-grüne Lager im Kanton Bern seit Jahren zusammenhält, tun sich die Bürgerlichen mit dem Zusammenspannen oftmals schwer.

Rechenspiele

Listenverbindungen können einer Partei im Idealfall zu mehr Sitzen verhelfen, als sie im Alleingang geschafft hätte. Bei der Verteilung der Mandate werden verbundene Listen zunächst als eine einzige Liste behandelt. Dadurch steigt die Chance auf einen zusätzlichen Sitz. In einer internen Verteilung werden die Sitze dann nach Proporz auf die einzelnen Listen innerhalb der Verbindung verteilt.

Mit Computerprogrammen, Tabellen und Taschenrechnern versuchen Parteistrategen deshalb schon lange, vor den Wahlen die richtigen Listenverbindungspartner zu finden. Dass sich die Rechnerei lohnt, bewiesen vor vier Jahren die Grünliberalen, die geschätzt die Hälfte ihrer Nationalratssitze Listenverbindungen und etwas Proporzglück verdanken.

mas/sda

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