Lehrerlöhne sollen weiter verbessert werden

Der bernische Grosse Rat will, dass der Kanton bei den Lehrkräften weiterhin Lohnrückstände abbaut und eine konstante Gehaltsentwicklung gewährleistet. Das wurde am Mittwoch in einer Debatte über Lehrerlöhne deutlich.

Bis zu 1000 Franken verdienen Lehrerinnen und Lehrer in Nachbarkantonen. Das soll sich ändern.

Bis zu 1000 Franken verdienen Lehrerinnen und Lehrer in Nachbarkantonen. Das soll sich ändern.

(Bild: Keystone)

Marius Aschwanden

Trotz Spardruck soll die Aufholjagd des Kantons Bern bei den Lehrerlöhnen auch künftig fortgesetzt werden. Das machte der Grosse Rat bei der Debatte zum Bericht zu den Anstellungsbe­dingungen der bernischen Lehrer im interkantonalen Vergleich deutlich.

Darin zeigt der Regierungsrat auf, dass ein Lehrer im Kanton Bern massiv weniger Lohn erhält als beispielsweise in Freiburg oder Solothurn. Dies kann pro Jahr bis zu 20 000 Franken ausmachen. Seit 2014 setzt die Regierung deshalb 1,8 Prozent der Lohnsumme für Lohnauf­besserungen ein. «Diese Gehaltsentwicklung muss auch in einem schwierigen finanzpolitischen Umfeld weitergeführt werden», sagte SP-Grossrätin Elisabeth Zäch (Burgdorf) für die vorbe­ratende Kommission. Das war im Grossen Rat unbestritten.

SP stellte Forderung
Das Parlament war zudem der Meinung, dass insbesondere bei den Primarschullehrern Handlungsbedarf besteht. Denn sie sind aktuell vier Lohnklassen tiefer eingestuft als Sekundarlehrpersonen. Das sei nicht gerechtfertigt, hiess es. Deshalb soll der Regierungsrat der Bildungskommission Szenarien aufzeigen, wie eine Verbesserung erreicht werden kann.

Insbesondere der SP und den Grünen ging das aber zu wenig weit. Grossrat Roland Näf (SP, Muri) monierte, dass lediglich geprüft werden soll, wie die Löhne für Primarlehrer jenen der Sekundarlehrer angepasst werden können. «Es muss nichts mehr geprüft werden. Wir haben alle Fakten. Jetzt muss gehandelt werden», sagte Näf. Er wollte deshalb mit einer verbindlicheren Planungserklärung erreichen, dass die Gehaltsklassen so rasch wie möglich angepasst werden. Letztlich blieb das Begehren chancenlos.

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) betonte, dass sich die Regierung der Problematik bewusst sei. «Eine solche An­passung erfolgt aber nicht von heute auf morgen», so Pulver. Er wies denn auch auf die Kosten hin. Würden die Primarlehrer eine Lohnklasse höher eingestuft, koste das allein den Kanton 18 Millionen Franken im Jahr. Trotzdem müsse etwas unternommen werden. Denn: «Das Lohnproblem ist das grösste bildungspolitische Risiko in unserem Kanton», sagte Pulver. Langfristig drohe nämlich auch ein Qualitätsproblem, wenn der Kanton den Lehrerberuf finanziell geringschätze. Dies, weil der Lohn einen Einfluss darauf habe, wer den Beruf ergreife. «Wir könnten künftig nicht mehr die besten Leute als Lehrer haben.»

Die Berner Löhne auf der Primarstufe nach 10 Dienstjahren im Vergleich mit den anderen Kantonen.

B

Berner Zeitung

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