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Kein Lehrermangel im Kanton Bern

Für 100'000 Kinder und Jugendliche beginnt in den nächsten Tagen im Kanton Bern das neue Schuljahr. Das sind etwa gleich viele wie im Sommer 2011, aber in weniger Klassen. Zu wenige Lehrerinnen und Lehrer gibt es nicht.

In Bern sind die Schulklassen gut versorgt mit Lehrpersonal.
In Bern sind die Schulklassen gut versorgt mit Lehrpersonal.
Keystone

Der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver sagte am Freitag an seiner traditionellen Medienkonferenz vor Beginn des Schuljahrs, bis auf zwei Teilzeitstellen hätten alle Lehrerstellen besetzt werden können.

Pulver äusserte aber die Sorge, dass künftig im Kanton Bern ausgebildete Lehrkräfte in den Kanton Zürich abwandern könnten. «Dieser hat zu wenig Lehrkräfte und zahlt höhere Löhne». Er werde sich deshalb «mit ganzer Kraft» für einen gesicherten Gehaltsaufstieg der Lehrkräfte und auch des Kantonspersonals einsetzen.

In rund 5340 Kindergarten- und Volksschulklassen im Kanton Bern beginnt der Unterricht in den nächsten Tagen. Das sind etwa 70 weniger als zu Beginn des Schuljahrs 2011/12. Für 8800 Kinder ist der kommende Montag der erste Schultag.

Zufrieden mit Neuerungen

Pulver hatte die Medien in ein Klassenzimmer einer Belper Schule eingeladen, um eine Zwischenbilanz zu verschiedenen in den letzten Jahren im Kanton Bern eingeführte Neuerungen zu ziehen. Er äusserte sich zufrieden zu den Resultaten.

Der Auf- und Ausbau der Tagesschulen sei erfolgreich: Heute führten gut 145 Gemeinden an 200 Standorten ein solches Angebot. Und von den 2009/2010 eingeführten SOS-Lektionen zur Entlastung von Lehrkäften wisse man aufgrund von Umfragen, dass sie in den Schulen geschätzt würden.

Der im November 2011 beschlossene Lektionenabbau an den Primarschulen führte laut Pulver nur in einem einzigen Fall dazu, dass eine Lehrperson mehr als 12,5 Prozent ihres Pensums verlor. Dieser Prozentsatz stellt eine Grenze dar, ab der besondere Massnahmen zum Zug kommen.

Der Lektionenabbau war Teil eines Massnahmenpakets der Regierung zur Entlastung der Kantonsfinanzen.

Auf sanftem Weg weiterfahren

Pulver machte auch einen Ausblick auf noch bevorstehende Reformen. Er bekräftigte dabei, dass er auf einem sanften Reformkurs bleiben wolle, um die Schulen möglichst wenig zusätzlich zu belasten. Reformen müssten möglichst von unten kommen. «Für mich heisst das Stichwort 'pädagogischer Dialog'».

Einen Akzent setzen will der Erziehungsdirektor aber bei Verbesserungen der Sekundarstufe I. Gemeint ist, dass ab Schuljahr 2013/14 Realschülern zwei Wochenlektionen für individuelle Lernförderung angeboten werden soll. Zudem sollen Klassenlehrkräfte eine zweite Klassenlehrerlektion erhalten.

Bereits länger klar ist, dass im August 2013 der zweijährige Kindergarten eingeführt wird. Pulver betonte, den Eltern werde es möglich sein, ihr Kind ohne grossen administrativen Aufwand auch ein Jahr später in den Kindergarten zu schicken. «Der Regierungsrat hat seine Versprechen, die er vor der HarmoS-Abstimmung gab, gehalten.»

Ebenfalls ab Herbst 2013 können Gemeinden die Basisstufe einführen. «Ich freue mich sehr, dass bereits 20 Gemeinden Gesuche für die Führung von insgesamt 40 Basisstufenklassen eingereicht haben», sagte Pulver. Die bisherigen Klassen im Schulversuch sind in dieser Zahl nicht inbegriffen.

SDA/dln

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