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Kanton will Interesse an technischen Berufen wecken

Die Kantonsregierung will das Interesse der Kinder und Jugendlichen an mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Berufen wecken. Damit soll der Mangel an Nachwuchsfachkräften behoben werden.

Automatiker Marco Hofer ist begeistert von seinem Beruf. Geht es nach den Regierungsräten Rickenbacher und Pulfer (rechts in Bild), sollen bald weitere Schüler die Begeisterung teilen.
Automatiker Marco Hofer ist begeistert von seinem Beruf. Geht es nach den Regierungsräten Rickenbacher und Pulfer (rechts in Bild), sollen bald weitere Schüler die Begeisterung teilen.
Markus Hubacher

Die technischen Berufe seien für den Kanton Bern als grössten Industriestandort des Landes von besonderer Bedeutung, teilte der bernische Regierungsrat am Freitag mit. Das neue Projekt sei danach ausgerichtet, die bereits bestehenden guten Ansätze in der Schule zu fördern. Die Teilnahme ist für die Lehrpersonen jedoch freiwillig.

Im Vordergrund stehe dabei eine praxisorientierte, stufen- und geschlechtergerechte Wissensvermittlung, sagte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver vor den Medien in Steffisburg.

Regierungspräsident und Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher zeigte sich überzeugt, dass es vor allem Vorurteile seien, die hemmend wirkten. «Viele Jugendliche interessieren sich für Energie und Umwelt und ergreifen trotzdem keinen MINT-Beruf», sagte er.

Grosses Potenzial bei jungen Frauen

Beginnen soll die Sensibilisierung auf die sogenannten MINT- Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bereits in der Volksschule. Ein grosses Potenzial ortet der Kanton bei den Mädchen. Denn von den jährlich 20'000 Lehrstellen in technischen Berufen werden heute in der Schweiz gerade mal 1000 von jungen Frauen besetzt.

Weiter will der Kanton Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen fördern. Die jungen Leute sollen Gelegenheit bekommen, Partnerbetriebe zu besuchen und MINT-Berufe in Gesprächen mit Mitarbeitenden und Lernenden praxisnah kennenzulernen.

Auf der Sekundarstufe II stehen die Gymnasien im Vordergrund. Drei Pilot-Gymnasien erarbeiten Projekte zur Stärkung der MINT- Kultur. Dies können spezifische Unterrichtseinheiten oder MINT- Angebote im Freifachbereich oder gezielte Angebote für Schülerinnen sein.

Aus- und Weiterbildung der Lehrer

Auch in die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen werden die MINT-Inhalte vermehrt einfliessen. So sollen die MINT-spezifischen Weiterbildungsmodule ab 2014 fest in das Angebot der Pädagogischen Hochschule Bern integriert werden. Zudem will die Hochschule den Lehrpersonen einwöchige Kurzpraktika in Betrieben vermitteln.

Das Projekt «Bildung und Technik» startet am 1. Januar 2013. Ende 2015 wird es mit einem Bericht abgeschlossen. Der Kanton will die Massnahmen und Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen auswerten lassen und strebt an, diese Massnahmen nach 2015 weiterzuführen.

(SDA)

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