Kanton gibt grünes Licht für Tram Ostermundigen

Das Parlament hat den Kantonsbeitrag fürs Tram Bern–Ostermundigen genehmigt. Vorgängig debattierten die Grossräte intensiv über Glaubensfragen und Gelenkbusse.

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Dereinst sollen Berner Trams bis Ostermundigen fahren.

(Bild: zvg)

Es war wie eine Zusammenfassung der Tramdebatte der letzten Jahre, was die Grossräte am Mittwoch bei der fast zweistündigen Diskussion rund ums Tram Bern–Ostermundigen präsentierten. Sowohl Gegner als auch Befürworter verfolgten das Schauspiel auf der Zuschauertribüne mit.

Es ging um rund 153 Millionen Franken, die der Kanton insgesamt ans Tram zahlen soll. Davon verbleiben 102 Millionen Franken Nettokosten beim Kanton, den Rest bezahlen die Gemeinden via Finanz- und Lastenausgleich.

Die BDP beantragte, das Tramprojekt an die Regierung zurückzuweisen. Es sei zu wenig ausgereift. Die Partei forderte Klarheit in zwei Punkten, die noch nicht entschieden sind: die Erschliessung der Rüti in Ostermundigen und der Standort des möglichen Wendeplatzes für das Tram.

Weiter forderte sie, dass die Variante mit Gelenkbussen und die Linienführung nochmals geprüft werden soll und dass die Kostenberechnung zu aktualisieren sei. «Ich bin nicht gegen den öffent­lichen Verkehr, aber ich will einen Ausbau mit Augenmass», sagte Jakob Etter (Treiten).

23 Linienführungen geprüft

«Die Linienführung des Trams ist mittlerweile zu einer Glaubensfrage geworden», sagte Reto Müller (SP, Langenthal), Sprecher der vorberatenden Bau-, Energie-, Verkehrs- und Raumplanungskommission. Der Kanton habe 23 Linienführungen geprüft, und Experten seien mehrfach zum Schluss gekommen, dass das nun vorgeschlagene Projekt die zweckmässigste Variante sei.

Die Befürworter verwiesen zudem auf die wirtschaftliche Entwicklung, die an einer Tram­strecke möglich wäre, und auf die ­Entlastung des Bahnhofs Bern. Ausserdem habe Ostermundigen zum Tram Ja gesagt, und auch aus der Stadt Bern sei ein Ja zu er­warten, schliesslich habe diese bereits das Vorgängerprojekt Tram Region Bern abgesegnet. Die Rückweisung, so ihr Fazit, sei nichts als Verzögerungstaktik und eine eigentliche Ablehnung des Tramprojekts.

Nur vier Parteien waren einig

Das wollten die Gegner nicht auf sich sitzen lassen. Es gehe darum, sinnvoll zu investieren in Zeiten, in denen Sparen angesagt sei. Verkehrsdirektorin Barbara Egger (SP) konterte diesen Einwand mit dem Argument, es sei in den letzten Jahren zu wenig investiert worden, der Kanton habe Nachholbedarf.

Befürworter und Gegner fand man in vielen Parteien, so auch in der BDP. Vania Kohli (Bern) hielt ein flammendes Votum fürs Tram und warf ihrem Parteikollegen Etter vor, er bringe die exakt gleichen Argumente wie bei der Abstimmung ums Tram Region Bern. Schliesslich stimmte der Rat mit 79 zu 40 Stimmen mit 21 Enthaltungen für den Kredit.

Die SP, die EVP und die FDP stimmten geschlossen Ja, einzig die EDU geschlossen Nein. Bei der SVP gab es hauptsächlich Nein-Stimmen, aber auch viele Enthaltungen.

Berner Zeitung

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