Mit zehn Punkten zu mehr Gleichstellung

Eine Fachkommission fordert Massnahmen für mehr Gleichstellung im Kanton Bern.

In Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fordert die Kommission bessere Rahmenbedingungen. (Symbolbild)

In Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fordert die Kommission bessere Rahmenbedingungen. (Symbolbild)

(Bild: iStock)

Marius Aschwanden

Hunderttausende Frauen gingen vor fünf Monaten in der gesamten Schweiz auf die Strasse, um für gleiche Rechte für alle zu demonstrieren. Einige Dinge haben sich seither bereits geändert – bei den eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober etwa wurde das Parlament deutlich weiblicher.

Andere müssen sich erst noch ändern. Dieser Meinung ist ebenfalls der Berner Regierungsrat. Er setzte sich im Frühling denn auch im Grossen Rat für das Beibehalten des kantonalen Gleichstellungsbüros ein und sieht Handlungsbedarf im Bereich Bildung und Berufsbildung sowie bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Am Freitag nun hat die kantonale Fachkommission für Gleichstellungsfragen einen 10-Punkt-Aktionsplan für die Jahre bis 2022 präsentiert, den sie dem Regierungsrat vorschlägt.

Darin ist beispielsweise festgehalten, dass sich der Kanton für eine gesetzlich verankerte Elternzeit einsetzt, gemeinsam mit der Wirtschaft für ein ausreichendes Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung sorgt oder die Lohngleichheit von Mann und Frau als Voraussetzung für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen definiert und auch überprüft.

Zudem soll der Kanton «innerhalb seines Einflussbereiches Präferenz- und Quotenregelungen» für eine ausgeglichene Verteilung von Frauen und Männern auf Führungsebene einführen.

Bei der Bildung empfiehlt die Kommission, mehr Männer für den Lehrerberuf zu gewinnen. Denn der Anteil an Lehrerinnen auf der Primarstufe liegt bei über 80 Prozent. Seit mehreren Jahren versucht die Pädagogische Hochschule, dem entgegenzuwirken.

Weiterführen soll der Kanton auch die Bestrebungen, mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen. Und schliesslich soll sich der Regierungsrat mit den Medienunternehmen und Internetprovidern zusammensetzen und sich «für die Überwindung von sexistischen Rollenbildern in Werbung und in alten und neuen Medien» einsetzen.

Dieser Aktionsplan hat allerdings nur empfehlenden Charakter. Denn die Kommission berät den Regierungsrat und die Gleichstellungsfachstelle lediglich in diesen Fragen.

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