Kanton Bern reagiert betupft auf den Bundesratsentscheid

Kurz vor Mittag gab der Bundesrat bekannt, mit welchen Projekten er das Bahnnetz bis 2035 verbessern will. Ein Ausbau des Lötschbergtunnels gehört nicht dazu. «Unverständlich», sagt Regierungsrätin Barbara Egger (SP).

«Das ist unverständlich», sagt Barbara Egger (SP) zum Entscheid des Bundesrats, der nicht vorsieht in näherer Zeit in den Ausbau des Lötschbergtunnels zu investieren.

«Das ist unverständlich», sagt Barbara Egger (SP) zum Entscheid des Bundesrats, der nicht vorsieht in näherer Zeit in den Ausbau des Lötschbergtunnels zu investieren. Bild: Andreas Blatter

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11,5 Milliarden Franken plant der Bundesrat bis 2035 in das Bahnnetz zu investieren. Dies gab die zuständige Bundesrätin Doris Leuthard heute Freitag bekannt. Nicht geplant ist allerdings ein Ausbau des Lötschberg-Basistunnels. 900 Millionen würde es kosten, um diese Strecke zwischen Bern und Brig doppelspurig befahrbar zu machen.

Es dauerte nicht lange, bis die Lötschberg-Befürworter auf diese schlechten News aus dem Bundeshaus reagierten. In einem persönlichen Newsletter drückte die Berner Regierungsrätin Barbara Egger (SP) ihr Missbehagen über den Entscheid aus. «Überraschend ist der Ausbau des Lötschberg-Basistunnels nach hinten geschoben worden. Das bedeutet: Bis zum Vollausbau könnte es noch länger als ein Vierteljahrhundert dauern! Das ist unverständlich. »

Auch seitens der Berner Kantonsregierung findet man deutliche Worte: Man sei «überrascht und enttäuscht», schreibt die zuständige Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion. Der Entscheid des Bundesrates sei «nicht nachvollziehbar und auch ungenügend begründet».

Entscheid ist «schwer nachvollziehbar»

Seitens der Interessensgruppen reagierte man ebenso betupft. Der Verein Hauptstadtregion Schweiz, welchem die Kantone Bern, Neuenburg, Solothurn, Freiburg und Wallis angehören, schreibt, er sei enttäuscht über den Bundesratsentscheid. «Es ist schwer nachvollziehbar, dass nicht alle notwendigen Projekte angegangen werden sollen», schreiben Vertreter aller fünf Kantone in einem gemeinsamen Communiqué.

Besonders aktiv war in den vergangenen Wochen das «Lötschberg-Komitee». Es plädiert nun dafür, dass der Bund noch mehr Geld in die Hand nimmt. «Der Rahmen des nächsten Ausbauschrittes muss auf mindestens 12 Milliarden erweitertet werden. Das Komitee ist überzeugt, dass dank Optimierungsmassnahmen bei den vorgeschlagenen Ausbauprojekten, die Mittel für einen Ausbau des Lötschberg-Basistunnels gefunden werden können», so Nationalrätin Viola Amherd (CVP), die Geschäftsführerin des Komitees.

Die Segel gestrichen haben die Lötschberg-Befürworter nämlich noch lange nicht. «Es ist klar, dass sich der Kanton Bern – und auch ich persönlich – in der Vernehmlassung ganz stark dafür einsetzen werden, dass der Lötschberg in den Ausbauschritt 2030/35 integriert wird», schreibt Barbara Egger. Diese Vernehmlassung wird bis Januar dauern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.09.2017, 13:56 Uhr

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