Kanton Bern bisher von Trockenheit verschont

Waldbrandgefahr im Tessin, Wasser­entnahmeverbot im Thurgau – die Schweiz leidet derzeit unter Hitze und Trockenheit. Auch im Kanton Bern wurden einzelne Massnahmen getroffen.

Das Ackerland ist sichtlich trocken: Ein Bauer im Kanton Aargau bei der Arbeit.

Das Ackerland ist sichtlich trocken: Ein Bauer im Kanton Aargau bei der Arbeit.

(Bild: Keystone)

Christoph Albrecht

Es ist ein Sommer, über den man sich bisher nicht beklagen kann: Seit Wochen scheint in vielen ­Teilen der Schweiz die Sonne, die Temperaturen liegen um die 30 Grad, und die Regenschauer beschränken sich oft nur auf kurze Gewitter.

Das schöne Wetter zeigt nun aber vielerorts auch ­seine Schattenseiten. Insbesondere in der Ostschweiz leidet die Natur stark unter der Trockenheit. Weil die Pegel mehrerer Gewässer derart tief sind, hat etwa der Kanton Thurgau bereits letzte Woche ein teilweises Wasserentnahmeverbot verhängt. Es betrifft vor allem Landwirte, die für ihre Arbeit Wasser aus Bächen und kleineren Flüssen beziehen.

Verschärft hat sich in mehreren Gebieten auch die Waldbrand­gefahr. Im Wallis und im Tessin etwa gilt derzeit im Freien ab­solutes Feuerverbot.

Und der Kanton Bern? Dieser blieb bisher von den negativen Auswirkungen der Trockenheit weitgehend verschont. «Hier ist die Situation momentan noch nicht alarmierend», heisst es beim Amt für Wald. Zwar gilt derzeit im ganzen Kanton «erhebliche Waldbrandgefahr». Dies sei für diese Jahreszeit aber nichts Aussergewöhnliches. Grill- sowie Lagerfeuer sind in bestehenden Feuerstellen im Wald immer noch erlaubt.

Fische aus Bächen gerettet

Auch der Landwirtschaft macht die anhaltende Trockenperiode – zumindest bislang – noch nicht allzu sehr zu schaffen. «Wir können nicht klagen», sagt Katrina Ritter, Sprecherin beim Verband Berner Bauern. Die Ernten seien bisher sogar «ziemlich gut» ausgefallen. «Trotzdem hätten wir natürlich nichts gegen etwas mehr Regen», so Ritter. Im Ge­gensatz zu anderen Kantonen haben die Wasserstände in Berner Gewässern aber noch kein pre­käres Niveau erreicht – bis auf ein paar wenige kleine Bäche.

Und doch hat die regenarme Zeit auch im Kanton Bern schon einige Gewässer praktisch trockengelegt – im Emmental etwa den Röthenbach und im Oberland einen Zufluss der Zulg. Laut dem Fischereiinspektorat mussten beiderorts Fische umgesiedelt werden, weil vom Gewässer nur noch ein Rinnsal übrig blieb. «Die vereinzelten Gewitter konnten die Lage jeweils etwas entschärfen», heisst es.

Abgesehen davon kämen Notabfischungen fast in jeder Trockenperiode vor. Bei der Anzahl betroffener Fische handle es sich zudem nur um eine «tiefe vierstellige Zahl». Zum Vergleich: Im Hitzesommer 2003 mussten im ganzen Kanton Bern ungefähr 50'000 Fische gerettet werden.

Berner Zeitung

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