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Käser wirbt unfreiwillig für die Gegner

Der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser ist ein überzeugter Verfechter der Verschärfung des Hooligan-Konkordats. Seit kurzem wirbt er unfreiwillig für seine politischen Widersacher.

Mit diesem Zitat von Hans-Jürg Käser werben die Konkordatsgegner.
Mit diesem Zitat von Hans-Jürg Käser werben die Konkordatsgegner.
zvg

«Es ist ein Irrtum zu glauben, jedes gesellschaftliche Problem lasse sich mit einer neuen Vorschrift oder einem neuen Gesetz lösen.» Mit diesem Zitat über seinem Foto wirbt der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser seit kurzem unfreiwillig im Internet und auf Plakaten für ein Nein zur Verschärfung des Hooligan-Konkordats.

Käser gilt als einer der stärksten Verfechter der Verschärfung des Hooligan-Konkordats. Dass sein Gesicht nun auf einem Plakat der Konkordats-Gegner erscheint überrascht – auch den FDP-Politiker selbst.

Käser wenig erfreut

Die Aussage, mit der der kantonale Polizeidirektor zitiert wird, stammt von seiner Internet-Seite. Er hat den Satz unter seinen «Werten» aufgeführt. Nur in kleiner Schrift ist auf dem Plakat zu lesen, dass Käser ein «Befürworter des Konkordats» sei.

«Käser vertritt unsere Meinung», sagt Clemens Friedli, Sekretär des Nein-Komitees, und verantwortlich für die Kampagne im Bund vom Donnerstag. Deshalb habe man ihn für die Kampagne eingespannt. Es sei darum gegangen, Käser «den Spiegel vorzuhalten», sagt Friedli weiter. Die rechtliche Zulässigkeit der Aktion habe man vorgängig überprüft.

Auch Käser selbst kommt im «Bund» zu Wort. Er halte das Vorgehen für «daneben» und «nicht redlich». Sein Generalsekretär habe das Nein-Komitee darum gebeten, dass sie seine Aussage und sein Bild vom Internet nehmen.

Abstimmung am 9. Februar

Am 9. Februar 2014 wird das Berner Stimmvolk über die Verschärfung des Hooligan-Konkordats abstimmen. Das Referendum richtet sich gegen die vom bernischen Grossen Rat im März 2013 genehmigten Änderungen des kantonalen Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt an Sportveranstaltungen.

Die Gegner des Konkordats halten die Verschärfung für «unverhältnismässig, bevormundend, undurchdacht und nicht zielführend».

pd/js

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