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Käser erwartet hohe Zustimmung zum Hooligan-Konkordat

Der bernische Polizeidirektor Hans-Jürg Käser sieht der Abstimmung über das verschärfte Hooligan-Konkordat mit Zuversicht entgegen.

Abstimmung über das verschärfte Hooligan-Konkordat: Der bernische Polizeidirektor Hans-Jürg Käser ist zuversichtlich.
Abstimmung über das verschärfte Hooligan-Konkordat: Der bernische Polizeidirektor Hans-Jürg Käser ist zuversichtlich.
Andreas Blatter

Hans-Jürg Käser sieht der Abstimmung über das verschärfte Hooligan-Konkordat mit Zuversicht entgegen. Der bernische Polizeidirektor ist überzeugt, dass die «massvolle Vorlage» am 9. Februar eine sehr deutliche Mehrheit finden werde, sagte er am Montag.

Bern lässt als dritter Kanton über das Konkordat abstimmen. Auch in Zürich und Zug war das Referendum ergriffen worden; in beiden Kantonen stimmten über 80 Prozent für die Verschärfungen, wie Käser vor den Medien in Erinnerung rief.

Moderate Anpassungen?

Er spreche mit vielen Leuten auf der Strasse, «dort ist ganz einfach die Meinung vorherrschend, dass jetzt endlich etwas gehen muss». Die Anpassungen im Konkordat seien moderat und richteten sich lediglich gegen gewaltbereite Fans. Die grosse Mehrheit der Matchbesucher werde die Änderungen kaum je zu spüren bekommen.

Mit der Bewilligungspflicht bekommen die Gemeinden nach Überzeugung von Käser ein wirksames Instrument in die Hand, um die Gewalt an Sportanlässen einzudämmen. Die Zusammenarbeit von Klubs, Fanvertretern, Polizei und Behörden im Vorfeld der Spiele werde enger und verbindlicher. Der bürokratische Aufwand bleibe gering.

Leichtbier für Gästefans

Schon heute würden alle Spiele auf ihr Risikopotenzial hin beurteilt. Etwa fünf Prozent der Partien würden als Hochrisikospiele taxiert, die zusätzliche Sicherheitsmassnahmen erforderten. Mit dem Konkordat werde beispielsweise die gesetzliche Grundlage für ein Alkoholverbot geschaffen, insbesondere im Gästesektor.

Dass sich die Fans vehement gegen diese Auflage wehren, kann Käser nicht nachvollziehen. Schon heute sei es ja üblich, dass die Gästefans in ihrem Sektor zuweilen nur Leichtbier konsumieren dürfen, im Extremfall gar nichts. Weitergehende Verbote seien nicht in Sicht.

Gegen Fanmärsche

Bei Hochrisikospielen sollen die Behörden auch verfügen können, dass für den Gästesektor ein Kombi-Ticket gekauft werden muss - bestehend aus Eintrittsbillet und Zugs- oder Busticket. Dieses System habe sich in Holland und Belgien bewährt, betonte Käser.

Es sei klar, warum das Kombiticket bei Schweizer Fans so verhasst sei: «Weil sie mit diesem System keine unbewilligten Fanmärsche mehr erzwingen können.» Denn die Gemeinden könnten neu durchsetzen, dass die Fans per Extrazug direkt vors Stadion gefahren werden. So liessen sich «Saubannerzüge» verhindern.

Käser versuchte im weitern Befürchtungen zu zerstreuen, wonach das Konkordat zu einer Ausweitung von körperlichen Durchsuchungen führen werde. «Von der Möglichkeit der Abtastung durch private Sicherheitsdienste wird im Kanton Bern nicht Gebrauch gemacht.» Das sei im Vortrag zum Grossratsbeschluss klar festgehalten.

«Bewilligungspflicht ab Sommer»

Auch der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause hält die Ängste für unbegründet, wonach künftig friedliche Matchbesucher schikaniert würden. Das Ziel des Konkordats sei vielmehr, die Sicherheit rund um Sportveranstaltungen weiter zu verbessern und gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern.

Wird die Vorlage angenommen, will die Stadt Bern im Sommer die Bewilligungspflicht für YB- und SCB-Spiele einführen. Sagt das Bernervolk Nein, ist der weitere Weg laut Regierungsrat Käser ebenfalls vorgezeichnet.

Dann werde man sich darum bemühen, die hohen Sicherheitskosten den Klubs zu überbürden. Denn es gehe nicht an, dass dafür weiterhin Steuergelder verwendet würden. Ihm wäre es aber lieber, wenn die Vereine das Geld für den Sport verwenden könnten, beteuerte Käser.

SDA/mas

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