Ja-Komitee bewirbt Berner Energiegesetz als wirtschaftsfreundlich

Im Kanton Bern wirbt ein breit abgestütztes Komitee für das revidierte Energiegesetz. Ein Ja am 10. Februar ermögliche eine klimaschonende Energiezukunft und liege auch im Interesse der Berner Wirtschaft, betonen Komiteevertreter.

Für die Grünen-Nationalrätin Regula Rytz bräuchte es eigentlich mehr als das vorliegende Gesetz, aber das sei immerhin ein guter Kompromiss.

Für die Grünen-Nationalrätin Regula Rytz bräuchte es eigentlich mehr als das vorliegende Gesetz, aber das sei immerhin ein guter Kompromiss.

(Bild: Keystone)

Die Gesetzesrevision soll die Energieeffizienz in den Gebäuden erhöhen und erneuerbare Energien fördern. Gegen die Vorlage haben Hauseigentümer und Wirtschaftsverbände das Referendum ergriffen. Sie befürchten einen Regulierungsdschungel. Ausserdem werde das Wohnen im Kanton Bern verteuert.

Anders sieht es das Ja-Komitee, das Bürgerliche, Linke und Mitte-Politiker gegründet haben. Unternehmer, Umweltverbände und Vertreter von Städten und Gemeinden machen auch mit, ebenso der Hausverein mit seinen 4000 Hausbesitzern.

Rascher sanieren

Mit dem neuen Energiegesetz könne der Kanton Bern seine wegweisende Rolle in der Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz ausbauen, sagte BDP-Präsident Jan Gnägi. Die energetische Sanierungsrate im Gebäudebereich müsse gesteigert werden; es dürfe nicht 100 Jahre dauern, bis alle ineffizienten Häuser und Wohnungen saniert seien.

Geeignete Technologien seien längst vorhanden, betonte GLP-Nationalrat Jürg Grossen. Nun gehe es darum, die politischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Für die Grünen-Nationalrätin Regula Rytz bräuchte es eigentlich mehr als das vorliegende Gesetz, aber das sei immerhin ein guter Kompromiss. Dass selbst dieser bekämpft werde, sei unverständlich. «So offensichtlich haben sich die sogenannten Wirtschaftsvertreter noch nie in den eigenen Fuss geschossen.»

«Handwerker profitieren»

FDP-Grossrat Peter Flück ist in der eigenen Partei in der Minderheit, die Freisinnigen haben die Nein-Parole beschlossen. Flück ist trotzdem überzeugt, dass das neue Energiegesetz gut für die Wirtschaft sei. Viele kleine und mittlere Unternehmen im Kanton könnten davon profitieren.

«Wir haben ein grosses Angebot an erneuerbaren Energien, und wir haben viele innovative Handwerker, die wissen, wie diese Energien zu nutzen sind», sagte Flück. «Zimmerleute, Dachdecker, Gipser, Sanitär- und Heizungsinstallateure und Spengler können profitieren, wenn wir die Gebäude besser dämmen und erneuerbare Energien nutzen.»

Mehr Planungssicherheit

Das Gesetz mache Bern unabhängiger von Öl- und Gasimporten aus dem Ausland, betonten mehrere Komiteevertreter. Der Stadtberner Energiedirektor Reto Nause (CVP) sieht Vorteile auch für die Städte. Diese würden auf dem Weg von den fossilen Energien unterstützt. «Das Gesetz schafft Planungs- und Investitionssicherheiten für uns.»

SP-Nationalrätin Nadine Masshardt hofft am 10. Februar besonders auch auf die Frauen, die auf Bundesebene gemäss Nachbefragung deutlicher für die Energiewende stimmten als die Männer. Im Kanton Bern wurde nun auch ein Frauenkomitee für das revidierte Energiegesetz gegründet.

sih/sda

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